
Der Erste Weltkrieg 8. Juni 1914, Sarajewo. Der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau besuchen ihre rebellischen Untertanen. Man sagt, nur Franz Ferdinand könne die österreichisch-ungarische Monarchie noch retten. Ein Schuss, abgefeuert von einem serbischen Nationalisten, macht jeder Illusion ein Ende. Ein Schuss bringt das ganze Kartenhaus zum Einsturz. Kriegserklärung folgt auf Kriegserklärung. Der Erste Weltkrieg beginnt. Zuerst ist der Jubel groß, überall in Europa. Ein kurzer Krieg, glaubt man, werde die Menschen und Nationen läutern. Der Krieg als moralische Anstalt. Überall ziehen die Männer mit Begeisterung an die Front. Auf den Koppelschlössern steht 'Für Gott und Vaterland'. Nach wenigen Monaten steht der Kontinent in Flammen. In den grausamen Schlachten, im Granathagel, Maschinengewehrfeuer und Giftgas, stirbt eine ganze Generation. Mit unerhörtem Vernichtungswillen fallen die 'christlichen' Völker Europas übereinander her. Hinter der Front, in der friedlichen Heimat, feiert man die Heldentaten der mutigen Soldaten. Von den meisten Kanzeln überschlagen sich die Geistlichen in Kriegsbegeisterung und nationalem Stolz. Eine Sonntagspredigt: 'Der Herr der Weltgeschichte nimmt und braucht das deutsche Volk als die Ausrichter seines Willens, als die Werkzeuge seiner Macht. Gott ist mit uns, er würdigt uns, Ausführer und Vollender seiner ungeheuren Ratschlüsse zu sein!'
