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  • Von der Demokratie zur Diktatur Teil 4

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Von der Demokratie zur Diktatur Teil 4

Der 30. Januar 1933 ist ein verhängnisvoller Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands: die sogenannte Machtergreifung Adolf Hitlers. Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt den Antidemokraten auf demokratischem, legalem Weg zum Reichskanzler des deutschen Reichs. Adolf Hitler sah sich an diesem Tag am Ziel seines Machstrebens - und Deutschland stand am Abgrund. Der Film "Die Machtergreifung - Wochen zwischen Demokratie und Diktatur" analysiert die Ursachen dieser schicksalhaften Entwicklung und zeigt, dass weite Teile der politischen und wirtschaftlichen Eliten Deutschlands Hitler völlig falsch eingeschätzt haben. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das Spannungsverhältnis zwischen dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und dem Führer des NSDAP Adolf Hitler. Was bewog den großen alten Feldmarschall, dem kleinen Gefreiten Adolf Hitler dieses Staatsamt zu übertragen? Für Hindenburg war Hitler lange Zeit nur der "böhmische Gefreite" - in Verwechselung seines Geburtsortes Braunau am Inn mit Braunau im Sudetenland. Deutlicher konnte er kaum zum Ausdruck bringen, dass er Hitler weder wertschätzte noch ernst nahm. Dennoch hat Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannt. Weshalb dies so war, schildert Interviewpartner Wolfram Pyta. Der Stuttgarter Professor für Neuere Geschichte und Direktor der Forschungsstelle Ludwigsburg zur NS-Verbrechensgeschichte präsentiert seine Forschungsergebnisse. Im Gegensatz zur bisher vorherrschenden Einschätzung der meisten Historiker führt er aus, dass der damals 86-jährige Hindenburg nicht jener gebrechliche Greis war, der den Überblick verloren hatte. Im Gegenteil: Pyta beschreibt Hindenburg als einen gewieften Taktiker, der über Hintermänner und Strippenzieher wie Franz von Papen den Führer der NSDAP Adolf Hitler für seine Vision einer "nationalen Einigung" instrumentalisieren wollte. Hitlers Ernennung zum Reichskanzler war in Hindenburgs Augen daher kein Fehler oder Kompromiss, sondern ein wichtiger Schritt zur Bündelung der nationalen Kräfte im Kampf gegen Kommunisten und Sozialdemokraten, die dem alten Feldmarschall, trotz ihrer Unterstützung beim Präsidentschaftswahlkampf, seit je ein Dorn im Auge waren. Der 30. Januar 1933 war wohl der eher Tag der Machtübergabe als Tag der Machtergreifung Adolf Hitlers... Hitler trat zwar 1932 bei den Wahlen um das Reichspräsidentenamt gegen Hindenburg an, vermied aber selbst mitten im Wahlkampf, den alten Feldmarschall zu beleidigen bzw. ihn persönlich anzugreifen. Adolf Hitler wusste, dass das Ziel, Führer des Deutschen Reichs zu werden, nur über eine Person erreicht werden konnte - über den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. So war die Logik des 30. Januar 1933: Papen hatte den Weg zur Kanzlerschaft Hitlers geebnet, doch Hindenburg blieb Herr über die Entscheidung, Hitler zum Reichskanzler eines Kabinetts der "nationalen Konzentration" zu ernennen. Niemand hat Hindenburg in diese Entscheidung hineingeredet, Einflüsterungen und Einflussmaßnahmen haben nicht denAusschlag bei dieser Aktion gegeben, die der Reichspräsident allein zu verantworten hatte und die er vor allem auch allein durchführen wollte. Hindenburg hatte ein starkes Selbstverständnis als Reichspräsident, mit dem es sich nicht vereinbaren ließ, ausgerechnet die Entscheidung über die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und damit eine politische Weichenstellung von größter Tragweite aus der Hand zu geben. Auf Seiten der Opposition konzentriert sich der Film auf den ehemaligen Reichstagsabgeordneten der SPD und späteren bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner. Der Sozialdemokrat war ein steter Mahner vor den totalitären Absichten der NSDAP mit ihren Führer Adolf Hitler. Hoegner musste bereits 1933 ins Exil in die Schweiz flüchten. Sein Sohn Harald erlebte als Kind den Aufstieg Adolf Hitlers an der Seite seines Vaters hautnah mit, seine Befürchtungen, seine Ängste, aber auch seinen Kampf gegen die "braune Gefahr". Er berichtet über die Verzweiflung, die sich in der linken Opposition breit machte, und über die Mechanismen des staatlichen Terrors, die viele Demokraten zwangen, sich ins Ausland abzusetzen.

YouTube | February 4, 2008Watch more videos from YouTube

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