Der ungebrochene Glaube an fortwährendes Wachstum hat nicht nur den Klimawandel, sondern auch einen Raubbau an den Ressourcen unseres Planeten zu Folge. Bis 2010 wird die Bevölkerung auf sieben Milliarden anwachsen, 2050 sollen es neun Milliarden sein. Sie alle auf dem Standard westlicher Industrieländer zu versorgen, würde die Ressourcen von fünf Planeten erfordern. Müssen wir, um das Überleben aller zu sichern, radikale Abstriche an unserem Lebensstandard vornehmen? Sind wir zu diesem Kurswechsel überhaupt fähig? Mehr als zwei Jahre lang haben Michael Stenberg, Johan Söderberg und Linus Torell für die bislang aufwändigste schwedische Dokumentation in 25 Ländern den Widerspruch von poetischer Natur und ökologischer Wirklichkeit festgehalten und Experten wie Jared Diamond ("Kollaps") befragt. ----- Die Erde leidet an Umweltstress. Was im öffentlichen Diskurs »Klimawandel« genannt wird, ist die Folge eines systematischen Raubbaus an den Ressourcen unseres Planeten. Die Ideologie fortwährenden Wachstums hat die Menschheit in eine Sackgasse geführt und stößt an die Grenzen des Verträglichen: Bis 2010 werden sieben Milliarden Menschen die Erde bevölkern, im Jahr 2050 sollen es neun Milliarden sein. Sie alle auf dem Niveau der westlichen Industrieländer zu versorgen, würde die Ressourcen von fünf Planeten erfordern. Wachstumshungrig sind neben den Industrienationen auch Schwellenländer wie Brasilien, Indien, China oder Mexiko. Die Hälfte der Einwohner Indiens lernt die Verheißungen eines Lebens nach westlichen Maßstäben gerade erst kennen. Kann man denen, die auf eine Verbesserung ihrer bedrückenden Lebensverhältnisse hoffen und die heutigen Probleme nicht verursacht haben, aus Klimaschutz-Erwägungen vorhalten, dass ihr Wirtschaftswachstum gesamtökologisch leider nicht vertretbar sei? Als drastisches Beispiel einer Gesellschaft, die sich selbst zerstört hat, schildert der Evolutionsbiologe Jared Diamond in »Unser Planet« das Schicksal der Osterinsel. Dort führte die restlose Abholzung der Wälder als Baumaterial und Brennstoff zu Bodenerosion in solchem Ausmaß, dass die Nahrungsversorgung zusammenbrach. Isoliert in der Mitte des Pazifiks, über 3.000 Kilometer von der nächsten Küste, ohne Holz für Boote und ohne Ausweg, wohin sie vor der ökologischen Katastrophe hätten fliehen können, blieb den Menschen schließlich nur ein Tier, das sie als Nahrung jagen konnten: sie selbst. Etwa Tausend Jahre nach der Besiedelung brach ihre Kultur in einem Ausbruch von Kannibalismus zusammen. Wie die Bewohner der Osterinsel hat auch die Menschheit insgesamt - allein auf ihrem Planeten im Weltraum - keinen Ort, zu dem sie fliehen oder von dem sie Hilfe holen könnte, sollte sie ihre natürlichen Lebensgrundlagen zugrunde richten. Schlechte Aussichten oder bloß Schwarzmalerei? Müssen wir radikale Abstriche an unserem Lebensstandard vornehmen, um das Überleben aller zu sichern? Ist die Menschheit zu einem Kurswechsel überhaupt fähig? Psychologen weisen in »Unser Planet« darauf hin, dass Menschen ihr Verhalten in der Regel erst dann ändern, wenn es zu einer so unabweisbaren Krise kommt, dass sie sich nicht mehr verdrängen lässt. »Unser Planet« ist die bisher aufwendigste schwedische Dokumentarfilmproduktion. Mehr als zwei Jahre haben Michael Stenberg, Johan Söderberg und Linus Torell in 25 Ländern gedreht und ein beeindruckendes Aufgebot an international renommierten Wissenschaftlern befragt. Mit einer mitreißenden, an Videoclips geschulten Montage konfrontieren sie den Zuschauer mit dem Widerspruch zwischen atemberaubenden Bildern von poetischer Schönheit und der ökologischen Wirklichkeit. Die Aussage ihrer Gesprächspartner ist eindeutig: Bis spätestens 2050 muss der Menschheit die Wende gelingen, wenn sie die bedrohlichsten Folgen der globalen Veränderungen abwenden will.