Christina Surer präsentiert in der Motorshow TCS den neuen Renault Twingo GT. Extérieur Unser Testauto, der Renault Twingo, machte vor über einem Jahrzehnt vor allem wegen seines Konzepts und seines Designs Furore. Nebst verbessertem Komfort und höherer Sicherheit soll der Twingo GT vermehrt auch männliche Kunden ansprechen. Dass er nur noch in wenigen Bereichen mit seinem Vorgänger vergleichbar ist, macht sich auf den ersten Blick bemerkbar. Aus dem einstigen Miniaturvan ist ein kompakter Kleinwagen geworden, der sich im Design den Mitbewerben aus Fernost und Europa angeglichen hat. Das zweitürige Konzept mit der grossen Heckklappe ist geblieben. Die Formen wirken kräftig, Kanten statt Rundungen. Bei der neu gestalteten Front werden allerdings einige die Kulleraugen, das Markenzeichen des Vorgängers, vermissen. Mit den markanten Scheinwerfern und den breiten Radkästen wirkt der Neue solider. Die Silhouette hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Linie des Clios. Mit 360 Zentimetern ist der Twingo in der Länge um rund 17 gewachsen, in der Breite um 5 Zentimeter. Das Heck ist nicht mehr eigenständig, die Zugehörigkeit zur Renault-Familie ist unverkennbar. Die Einzelsitze lassen sich längs verschieben und in die Senkrechte bewegen. Das Kofferraumvolumen variiert, je nach Sitzstellung hinten, zwischen 165 und eindrücklichen 960 Litern. Intérieur Etwas gewöhnungsbedürftig sind die in die Blechhalbschalen integrierten Türgriffe. Das Cockpit wirkt immer noch ein bisschen verspielt und originell. So erinnert beispielsweise der auf dem Lenkrad etwas unmotiviert platzierte Drehzahlmesser des GT an den «alten» Twingo. Die Anzeigen für Geschwindigkeit und Tankfüllung befinden sich in der Mitte des Armaturenträgers unter einem eigenwillig geformten Dach. Immerhin: sie sind gut ablesbar. Erfreulich ist auch, dass die Verarbeitung keinen billigen Eindruck hinterlässt. Serienmässig eingebaut ist eine ganze Reihe von Anschlüssen für MP3-Player. Obwohl die Sitze wenig Seitenhalt bieten, fühlen sich dank dem Längen- und Breitenzuwachs auch gross gewachsene Passagiere auf Anhieb wohl. Kopf- und Beinfreiheit sind überzeugend, auch hinten sitzen Erwachsene ganz angenehm. Übrigens: Geblieben ist beim neuen Twingo die praktisch verschiebbare Rückbank. Technik Die Technik des Twingos stammt vom Clio II. Für den Antrieb lieferbar ist momentan ein 1,2 Liter Vierzylinder-Benzinmotor, der wahlweise zwischen 60,75 oder 100 PS leistet. Der 1.5-Liter-Diesel wird in der Schweiz wegen des fehlenden Partikelfilters vorläufig nicht angeboten. Wer es aber ganz sportlich will, der sollte sich noch ein bisschen gedulden: Renault plant eine RS-Version, die dann zwischen 130 und 150PS leisten wird. Wir fahren den GT, dessen 100 PS dem neuen Twingo zu respektablen Fahrleistungen verhelfen. Unser kleiner Kraftprotz mit 145 Nm Drehmoment schiebt die 1'100 Kilo in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 und ermöglicht maximal 185 Kilometer pro Stunde. Die neu konzipierte 5-Gangschaltung lässt sich problemlos bedienen. Erhältlich ist optional auch ein Quickshift-Getriebe. Was mir bei diesem mit Heckspoiler auf sportlich getrimmten GT aber fehlt, ist der sechste Gang. Fahrverhalten Das stramme und sportliche Fahrwerk des Renault Twingo ist im Vergleich zum Vorgänger einiges besser. Die Lenkung des Fronttrieblers ist sehr präzise, was den Kleinen sehr agil macht. Will man den Twingo sportlich bewegen, muss man sich mit kräftigem Kurvenneigen abfinden. Fahr- und Federungskomfort gehen in Ordnung. Zu sportliche Aktivitäten werden aus unverständlichen Gründen nicht durch ein ESP unterbrochen, ein solches soll erst 2008 zur Verfügung stehen. Die Domänen des Twingo sind nebst der Stadt auch die kurvigen Landstrassen - ein ideales Pendlerauto also. Trotz seiner Sportlichkeit wirkt der Twingo nicht hart; er besitzt den notwendigen Fahrkomfort und weist ein neutrales Fahrverhalten auf. Fazit Der Renault Twingo ist vielleicht nicht mehr ganz so niedlich wie früher. Doch trendy will der Winzling trotzdem sein. Auch mit der Preissteigerung hat man sich bei Renault zurückgehalten -- und das ist in der heutigen Zeit doch eher eine freudige Überraschung. Negativ - noch kein Dieselmotor vorhanden, da Partikelfilter fehlt. - Design hat keinen 'Jöh-Effekt' mehr, ähnelt zu sehr Aygo, C1 und Co. - fehlendes ESP Positiv -die Ablageflächen und das Kofferraumvolumen. -das agile Fahrverhalten -der geringe Verbrauch