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Studiogespräch mit Andreas Bremer vom Institut für Automobilmarktforschung

Studiogespräch mit Andreas Bremer vom Institut für Automobilmarktforschung

MADE IN GERMANY spricht mit Andreas Bremer über die aktuelle Entwicklung auf dem Automarkt. DW-TV: Ist denn die Automobilbranche noch zu retten? Andreas Bremer: Ich denke schon. Es wird auch in Zukunft individuellen Verkehr geben und ich gehe auch davon aus, dass wir die meisten der Konzerne die wir zur Zeit kennen auch dann noch dabei sind. DW-TV: Dann müssen wir jetzt das "Wie" klären! Andreas Bremer: Es kommen sicherlich verschiedene Aspekte zusammen. Auf der einen Seite ist es ganz sicher für den Verbraucher und für die Industrie wichtig, dass die Politik klare Vorgaben macht, dass die Parameter klar sind, zum Beispiel bei der Steuer. Auf der anderen Seite erwarte ich auch von der Industrie, dass sie in ihrer Entwicklung stärker hinkommt, wieder zurück kommt müsste man fast sagen, zu den verbraucherorientierten Fahrzeugen in der Entwicklung, so dass da also auch möglich wird, wieder Fahrzeuge zu kaufen, die auch bezahlbar und zukunftsorientiert sind. DW-TV: Was wären denn kurzfristige, erfolgreiche Maßnahmen, die zum Beispiel auch die Bundesregierung durchführen könnte? Andreas Bremer: Sicherlich wäre eine Chance, auch wenn es von Kritikern oft nur als Strohfeuer bezeichnet wird, die Abfragprämie, bei der man für das ältere Auto eine Prämie bekommt, wenn man ein neueres, umweltfreundliches Auto im Gegenzug direkt kauft. Darin sehe ich sehr viel Chance, weil es erkauft der Industrie Zeit für die Entwicklung. DW-TV: Jetzt haben Sie gesagt, die Autohersteller müssen wieder verbraucherorientiert bauen, da fragt man sich, was da in den letzten Jahren passiert ist, die haben unheimlich viel Geld für Forschung und Entwicklung ausgegeben, allein 2007 waren es 18 Milliarden Euro. Wo ist das Geld denn hingegangen, wenn nicht in die Entwicklung von ökologischen Autos? Andreas Bremer: Das ist im Prinzip eine sehr gute Frage die sie da stellen, ich bin sicher, der ein oder andere Konzernlenker fragt sich das heute auch, aber man muss klar sehen, wenn man jetzt speziell bei den deutschen Herstellern bleibt, da ist gerade in den letzten Jahren ein Boom entstanden hin zu Hubraum-Großen Fahrzeugen, die Geländewagen oder SUV versprachen sehr hohe Renditen. Man hat gesehen, in den USA läuft das Geschäft fantastisch und hat sehr, sehr viel in diese Richtung investiert und hat so die verbrauchsgünstigen Fahrzeuge, es gab ja schon einmal das Drei-Liter-Auto, vernachlässigt, kaum einer kennt es noch. Die Entwicklung ist wieder davon weggedriftet und es wurden auch mehr technische Spielereien verwendet. Mein Lieblingsbeispiel ist der Knie-Airbag. Ich habe noch nie von einem Verbraucher gehört, der danach gefragt hat. Aber es war technisch machbar, es wurde gebaut und solche Entwicklungen treiben die Kosten einfach unglaublich in die Höhe. DW-TV: Das heißt, die Autohersteller sind durchaus selbst schuld an der Krise? Andreas Bremer: Natürlich sind sie selbst mit schuld, sie können aber nichts dafür, dass die Bankenkrise in den USA losgebrochen ist, die diesen Domino-Effekt hatte. Aber sie haben mit ihrer Überkapazität die in der Vergangenheit aufgebaut worden ist, sicherlich ganz massiv dazu beigetragen. Denn auf einmal stehen wir vor Parkplätzen voller Autos, die auf Halde liegen, von denen kaum noch was zur Zeit verkauft werden kann. DW-TV: Können wir denn noch etwas positives für 2009 aus der Krise mitnehmen? Andreas Bremer: Nun, ich hoffe, dass diese Krise dazu führt, dass die Restrukturierungen in den Konzernen tatsächlich zu den extrem verbrauchsorientierten Denken in den oberen Etagen führt und dass die Käufer die Chance haben, den jetzigen Käufermarkt auch tatsächlich zu nutzen. Interview: Anja Heyde

DW-World | December 30, 2008Watch more videos from DW-World

Tags:. .aspekte. .konzerne. .retten. .fahrzeuge. .bundesregierung

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