Eigentlich wollte er im Ruhestand wieder mehr Musik machen und reisen. Doch als das Angebot der Firma Steag Encotec kam, weiter an Bord zu bleiben, ließ er sich nicht lange bitten. Die Herausforderung weiter als Ingenieur zu arbeiten, reizte ihn. Wir treffen Horst Rhein bei seiner Familie und begleiten ihn nach Herne, wo ein neuer Kraftwerksblock gebaut werden soll. Die deutsche Wirtschaft läuft prächtig, viele Firmen können sich vor Aufträgen kaum noch retten. Und bekommen inzwischen massive Probleme mit fehlenden Fachkräften. Vor allem Ingenieure und andere hoch qualifizierte Akademiker sind nur schwer zu finden. Ein Problem, das sich in Zukunft eher verschärfen wird: der demografische Wandel drückt, es kommen weniger Junge nach. Immer mehr Firmen setzen darum auf Know-how, das bis vor einiger Zeit noch brachlag: Sie holen ihre Ruheständler zurück. Oder lassen die erst gar nicht in die Rente gehen. Wie die Steag Encotec. Die Tochter des Stromerzeugers Steag baut und betreibt Kraftwerke. Die Firma hat früh erkannt, wie wichtig die erfahrenen Mitarbeiter für sie sind und versucht sie, auch nachdem sie das Rentenalter erreicht haben, an sich zu binden. Der Ingenieur Horst Rhein ist einer von ihnen. Von Ralf Lehnert