3 Tage lang schlich ich auf der Buchmesse in Leipzig herum, aber nur einmal hatte ich neben 2 laengeren Interviews eine Lesung. Zu wenig, dachte ich mir, moechte ich mein Buch doch mit allen Menschen teilen. So nahm ich einfach die Anfahrtzeit in der Strassenbahn zur Messe zum Anlass, eine kleine Episode ueber deutsche Jugendpsychiatrien zum besten zu geben. "Tolles Marketing" bescheinigte mir spaeter auf der Messe ein Zuhoerer. Dabei wollte ich einfach nur Lesen und meinen Mitmenschen die Fahrtzeit ein wenig verkuerzen. Selbstverstaendlich fragte ich vorher, ob es ihnen recht sei. Was die normale uns taeglich umgebende Werbung ja nur selten tut. Ich habe mein Buch hauptsaechlich geschrieben, damit es gelesen wird und nicht, damit ich reich werde. Ich denke die wenigsten Autoren haben das im Sinn. Es ist auch ein reichlich schwieriges Unterfangen. Ich faende es schoen, wenn generell mehr Menschen im oeffentlichen Raum miteinander kommunizieren wuerden, mehr Kunst ohne kommerziellen Hintergedanken einfach geschehen wuerde, ohne mit Stadtverordnungen und anderen Massregelungen konfrontiert zu werden. Das wuerde dann vielleicht auch dem einen oder anderen die Psychiatrie ersparen.