HONDURAS Wie viele Strassenkinder es in Lateinamerika gibt, kann nur geschaetzt werden. Die Zahlen schwanken zwischen 20 und 40 Millionen. Auch in Honduras steigt die Zahl der Kinder, die verlassen wurden oder aus zerruetteten Familien kommen. Etwa die Haelfte der Frauen sind alleinstehende Mütter mit durchschnittlich sechs Kindern, die kaum in der Lage sind, die Familien zu ernaehren. Verantwortlich dafuer ist neben der Armut der Wahn der Maenner, immer wieder alle Bindungen zu kappen, um sich als Mann aufs Neue zu bestaetigen. So werden tausende von Kindern taeglich in Tegucigalpa auf die Strasse geschickt, um zu betteln, im Abfall nach verwertbaren Resten zu suchen oder um zu stehlen. Auch die Landflucht steigt, da der groesste Teil des Landes in den Haenden einiger weniger Grossgrundbesitzer liegt und Produkte fuer den Export angebaut werden. Durch staatliche und nichtstaatliche Hilfsprogramme kann nur einem kleinen Teil der Kinder geholfen werden. Selbst wer eine Schule besucht hat, hat kaum Chancen, eine Arbeit zu finden. Ein anderes Bild: die Kinder der Reichen werden schon im Kindergarten auf ihre Zukunft in den USA vorbereitet. Sie sollen das Land verlassen koennen, wenn aus den Millionen armen Kinder arbeitslose Erwachsene geworden sind und die Unterentwicklung nicht mehr aufzuhalten sein wird.