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Familienunternehmen Conzen

Familienunternehmen Conzen

Gemälde, Aquarelle und Kunstdrucke, heißt es in Kennerkreisen, verweisen nur auf sich selbst. Das Familienunternehmen Conzen würde da allerdings heftig widersprechen. Erst ein guter Rahmen verschaffe dem Kunstwerk den passenden Auftritt, der Rahmen gebe dem Bild seinen Raum. Die Familie Conzen produziert Bilderrahmen aller Art in der fünften Generation. Seit 150 Jahren haben sich die Düsseldorfer darauf spezialisiert. Der Umsatz liegt bei 7,3 Mio. Euro. Jedes Jahr verlassen 200.000 Laufmeter Leisten die Produktionshallen. Für einen Conzen-Rahmen zahlt man bis zu 11.000 Euro. Kunden sind Galerien, Künstler, Kunstschulen und auch Unternehmen. Wie ist das aber nun in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs?, wollte MIG-Reporterin Ute Schneider wissen. Bleibt der Umsatz dann auch im Rahmen? -------------------------------------------------------- Familie Conzen hält zusammen – seit vielen Generationen. Friedrich Conzen: "Fünfte und vierte Generation." Seine Schwester: "Vierte und fünfte. Vierte?" Conzen: "Da müssen die sich anstrengen, damit es so weitergeht. Ich habe mich angestrengt, ich habe drei Kinder, also das, was man machen muss, habe ich gemacht mit meiner Frau." Sein Sohn kommentiert schmunzelnd: "Der Rest obliegt dann uns." Seit einigen Jahren sind zwei seiner drei Kinder im Unternehmen tätig. Conzen Senior hofft, das Sohn und Tochter den Familienbetrieb erfolgreich fortführen. Vom schlichten Naturholz- bis zum vergoldeten Rahmen - alles stellen sie her. Der Umsatz liegt bei über 7 Mio. Euro im Jahr. Friedrich G. Conzen Junior: "Wir arbeiten viel für Galerien von zeitgenössischen Galerien bis hinzu Galerien der klassischen Moderne, oder auch Altmeisterhändler, viele Museen, und natürlich Privatkunden, Firmensammler, Privatsammler, die in unsere Einzelhandelsgeschäfte kommen." 15 Stunden kann es dauern, bis ein Rahmen fertig ist – bis dahin geht er durch mehrere Hände. Dieser Rahmen wird für die Vergoldung vorbereitet – mit einem Untergrund, auf dem das Edelmetall haftet. Nicht selten rahmen sie auch prominente Bilder. "Da war ein großer Matisse dabei, ein Picasso, Cézanne und Rousseau, das sind dann schon so Highlights über die man sich dann freut." Über 90 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, das Vergolden ist ein eigenes Handwerk. Ein solcher Rahmen kostet rund 800 Euro – das teure daran ist aber nicht das Edelmetall. Friedrich G. Conzen Junior: "Es würde sich nicht lohnen, das Gold von all unseren Rahmen Gold abzuschlagen, um es nachher einzuschmelzen, man schlägt aus einem Gramm Gold ungefähr 10 Quadratmeter Blattgold raus, das wirklich aufwendige die Arbeitszeit, es muss es Stück für Stück per Hand auftragen werden." Mit der Rahmenproduktion hat die Familie vor über 150 Jahren begonnen. Der Gründer - Friedrich Gottlieb Conzen. Er war so erfolgreich, dass er bald zum Hoflieferanten der deutschen Kaiser ernannt wurde. Dann kamen auch Krisen, im zweiten Weltkrieg wurden Produktionsstätten teilweise ausgebombt. Düsseldorf – die Stadt am Rhein aber auch die Stadt europäischer Kunst. Maler wie Beuys und Immendorf haben hier gelehrt. Viele Galerien bieten zeitgenössische Kunst an. Auch Familie Conzen handelt mit Kunst. Aktuell stellen sie Werke von Francoise Gilot aus, Picassos Muse. Im oberen Stockwerk – eine der größten Sammlungen antiker Rahmen. Eine Leidenschaft des Seniors, neben seinem Engagement für die Stadt - Conzen ist auch Bürgermeister: "Das ist schon schön. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Urgroßvater auch im Stadtrat war, ist das gut, und ich habe Glück, ich habe zwei Kinder in der Firma, die arbeiten und ich mache den Außenminister." Reporterin: "Das ist ihr privates Museum?" Conzen: "Ja, das ist ein teures Hobby unserer Familie, weil wir mit Rahmen groß geworden sind, haben wir auch Rahmen gesammelt, der älteste z.B. ist dieser, ein gotischer Rahmen aus dem 14. Jahrhundert. Den würden wir nicht verkaufen, Renaissancerahmen, wenn ich so was mal zeigen darf, die werden heute gehandelt zwischen 8000 und 20.000 Euro." Über 2000 alte Rahmen besitzt die Familie, sie dienen auch als Vorlage für Nachbauten. Im Geschäft laufen derweil Vorbereitungen für Messen. Ob das Geschäft mit Rahmen so glänzend weiter geht, ist fraglich. Denn in wirtschaftlich unsicheren Zeiten wird gern an der Kunst gespart. So manche Auktion verlief zuletzt weniger spektakulär. "Man muss auch überlegen und Lösungen parat haben, falls es zu Umsatzeinbrüchen kommt, und wie man reagiert, man hat ja auch Verantwortung nicht nur für sich selber, sondern auch für die Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze möglichst zu schützen sind. Aber trotzdem glaube ich, dass die Leute es trotzdem weiterhin zu Hause schön haben wollen." Zum Beispiel mit einer solchen Grafik von Picasso, aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts - und die gibt es natürlich mit Rahmen.

DW-World | December 23, 2008Watch more videos from DW-World

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