Ich hatte einen Traum, in dem alles um mich herum rasend schnell passierte. Ich bekam alles mit, konnte aber nur schemenhaft erkennen, was passierte. Mein Geist versuchte sich auf die Situation einzustellen und alles schneller zu verarbeiten. Dadurch bekam ich plötzlich nur Momentaufnahmen mit, einen Sekundenbruchteil nur, aber gestochen scharf. Aber die Zeit außen lief immer noch schnell. Es war wie ein Fotobüchlein, das man über den Daumen flitscht. Menschen standen an meinem Bett, wurden älter, kamen nicht mehr; neue, fremde kamen stattdessen, und irgendwann wachte ich auf. Jahre später sah ich einen Kino-Trailer zu Wells' "Zeitmaschine" und erkannte voller Staunen Teile aus meinem Traum wieder. Nicht Szenen, sondern die Technik und die Gefühle: den Zeitraffer, die Hilflosigkeit, das Ewige. Es hatte etwas Erschreckendes und etwas Tröstendes zugleich. Seitdem wollte ich das immer schon einmal verarbeiten. Das hat ja technisch jetzt schon ganz gut geklappt. Vielleicht werde ich mal einen Film mit Handlung dazu machen statt eines Experimentalfilms, ich weiß es noch nicht. Aber ich glaube, das Ergebnis ist erst mal ganz passabel. Es ist interessant zu beobachten, wie die Umgebung immer unwichtiger wird und nur noch der Mensch, also das Ich, und die Statik, die ewigen Sachen, die Natur eine Haupt- und Nebenrolle spielen. Schnelles, aktuelles, buntes, Reizüberflutung löst sich einfach auf.