
Ernst Prost ist kein gewöhnlicher Chef. Er verspricht öffentlich, er werde sein Schloss verkaufen, bevor er seinen Mitarbeitern betriebsbedingt kündigt. Denn die 450 "Mitunternehmer" wie er sie nennt, seien verantwortlich für den Erfolg des Unternehmens. Sein Unternehmen, der Schmiermittelspezialist Liqui-Moly, erwirtschaftet trotz Wirtschaftskrise und dem Druck großer Wettbewerber wie Esso und Schell mehr als 230 Millionen Euro Umsatz im Jahr - rund 40 Prozent davon im Ausland. Aber Ernst Prost ist nicht nur eine erfolgreicher Unternehmer, er ist auch ein Mann der deutlichen Worte. Zur aktuellen Wirtschaftskrise hat er eine klare Meinung: Sie sei vor allem durch Macht, Geldgier und Angst ausgelöst worden - das seien keine Unternehmertugenden, schreibt er in Anzeigen. Marion Hütter sieht sich im Unternehmen des etwas anderen Chefs um und spricht mit den Mitarbeitern.
