
Sendung vom Montag, 28.01.2008 Beckmann im Gespräch mit Andrew Morton und Werner und Gaby Hubeny Andrew Morton sowie Werner und Gaby Hubeny Ganz Deutschland diskutiert: Wie gefährlich ist Scientology? Neuen Zündstoff in der Debatte liefert jetzt die umstrittene Tom-Cruise-Biographie des britischen Journalisten Andrew Morton, der den Hollywood-Star zu den Top-Scientologen zählt. Außerdem zu Gast sind Werner und Gaby Hubeny, zwei Scientology-Aussteiger, die selbst elf Jahre lang Mitglied der Sekte waren. Bei "Beckmann" berichten sie über das Macht- und Kontrollsystem von Scientology. Werner Hubenys erstes Interesse an Scientology hatte einen verblüffend simplen Hintergrund – er wollte sein Tennisspiel verbessern. "Ich war ziemlich jähzornig", berichtet der Hamburger. "Wenn ich gut spielte, war alles in Ordnung, aber wenn ich sauer war, dann schmiss ich meinen Schläger in die Ecke und habe mich im Nachhinein über dieses Verhalten geärgert." Sein hitziges Gemüt belastete ihn, Hilfe erhoffte er sich durch die Sekte. "Ich konnte erkennen, dass Scientology etwas bietet, das das Problem hätte lösen können." Gaby Hubeny kam durch ihren Mann zu Scientology, die ersten Seminare empfand sie "überzeugend". Damals habe es auch noch keine Negativ-Presse über die Organisation gegeben. Nachdem das Ehepaar über die Jahre geschätzte 500.000 Euro für Reisen und Seminare ausgegeben habe, seien sie stutzig geworden. "Wir haben einen Brief geschrieben mit Fragen, was uns aufgefallen ist. Eine Antwort haben wir nicht bekommen." Seit beide die Sekte verlassen haben, herrsche ein Kontaktverbot. "Wir dürfen mit keinem Scientology-Mitglied mehr sprechen – und die nicht mit uns." Der Bestsellerautor Andrew Morton bezeichnet Schauspieler Tom Cruise als "den amerikanischen Botschafter von Scientology, der zu allen möglichen Personen innerhalb der Gesellschaft sprechen kann, besonders zu Prominenten. Er ist dafür da, seinen Glauben zu verkaufen und andere zu bekehren." In Mortons Augen spielt der Hollywood-Star eine der Hauptrollen bei Scientology: "Wenn es Tom Cruise nicht gäbe, dann wäre Scientology einfach nur ein bleicher Schatten dessen, was es heute ist."
