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Bauarbeiter für Lettland

Bauarbeiter für Lettland

Immer mehr deutsche Facharbeiter arbeiten auf lettischen Baustellen. In dem neuen EU-Land boomt die Bauindustrie, besonders in der Hauptstadt Riga werden neue Bürotürme, Wohnanlagen und Eigenheime hochgezogen. Angefeuert durch billige Kredite ist ein Ende des Baubooms nicht in Sicht. Davon profitieren auch deutsche Unternehmen. So baut die Firma Nordplan aus Kiel gerade zwei neue Bürohäuser in Riga. Als Subunternehmer auf dem Bau sind zahlreiche deutsche Handwerksfirmen mit ihren eigenen Leuten aus Deutschland im Einsatz. Dachdecker, Maurer und Elektriker sind auf dem lettischen Arbeitsmarkt Mangelware. Konkurrenzfähig sind die deutschen Firmen durch eine höhere Produktivität in der Stückzahl. Damit stechen sie billigere einheimische Unternehmen bei der Auftragsvergabe aus. Außerdem, davon hat sich Karl Harenbrock vor Ort überzeugt, liefern sie Arbeit nach DIN Norm - Made in Germany. ------------------------------------------------------------------- Der lettische Schaltkasten passt in keine deutsche Baunorm. Der Kasten zu klein, die Aussparung in der Wärmedämmung zu groß. Mit solchen Kleinigkeiten hat Bernd Lömker jeden Tag zu tun. Der Polier arbeitet auf einer Baustelle in Riga. Fast die Hälfte der Facharbeiter auf dem Bau kommen aus Deutschland. Für einen Festpreis montiert dieser Trupp Fassadenteile. Angereist sind sie mit einem Billigflieger: "Das Macht heutzutage kaum noch einen Unterschied, ob ich von Osnabrück zum Beispiel mit dem Auto nach München fahr oder von Osnabrück über Hamburg nach Riga fliege. Die Kosten sind fast identisch. Die Stundenlöhne, ob ich sie jetzt in Deutschland oder in Riga bezahlen für die deutschen Handwerker gleich. Auf der anderen Seite arbeitet ein Bautrupp aus Lettland. Zu sechst, während die Deutschen die Arbeit zu dritt machen. Der Vorteil der deutschen Firmen: Sie sind produktiver, bekommen deshalb viele Aufträge. Dass Lettische Bauarbeiter weniger schaffen, liegt an der katastrophalen Arbeitsorganisation. Bernd Lömker: "Die sind alle noch so in Brigaden unterteilt. Jede Brigade bekommt ihre festen Arbeitsbereich und ihre Tagesleistung morgens mitgeteilt. Und was die dann schaffen schaffen die und ja gut wenn sie früher fertig sind, sind sie fertig und wissen dann teilweise auch gar nicht was sie machen sollen Und das ist dann schon ein Problem und das kennen wir in Deutschland so nicht da sind wir wahrscheinlich flexibler." Es wird viel gebaut in Riga. Überall in der Stadt sieht man neue Einkaufszentren, Eigenheime und Bürohäuser. In den schlechten Jahren - vor dem EU-Beitritt - sind viele lettische Bau-Facharbeiter ausgewandert. Er ist geblieben. Gerüstbauer Artis Jeseris erzählt: "Ich finde das in Ordnung das die ausländischen Fachleute hier arbeiten, ich bin da nicht neidisch, Im Gegenteil, wir können viel von denen lernen in der Arbeitssicherheit und der Arbeitsorganisation." Lettisch, russisch, deutsch, englisch; hier wird alles gesprochen. Jacob Buchmüller aus Erfurt ist zuständig für die Wärmedämmung. Er lebt wie viele andere deutsche Facharbeiter für die Dauer seines Einsatzes im Baucontainer. Mit einem Kollegen teilt er sich die Unterkunft. Lange will hier niemand bleiben: "Ich bin schon bisschen älter, aber meine Kollegen sind jung, haben zwei drei Kinder. Die Kinder wachsen, Papa muss zu hause sein. Rund 20 Mio. Euro kostet dieses Bürohaus, nahe der Innenstadt von Riga. Bauherr Jan Brink ist mit Kunden unterwegs. Zwei Drittel des Hauses sind bereits vermietet. Je früher der Bau fertig wird, desto schneller kommen Einnahmen. Jan Brink ist Geschäftsführer der Bauplan Nord, er sagt: "Wir achten hauptsächlich darauf, dass die Quälität stimmt, weil wir uns dadurch als deutsche Firma von örtlichen Markt abheben können. Natürlich, wenn die Bauarbeiten schneller ausgeführt werden bleibt auch noch ein wirtschaftlicher Vorteil für uns übrig, weil wir früher vermieten können und dadurch weniger Zwischenfinanzierungszinsen bezahlen müssen." Die Vergabe von Aufträgen zu Festpreisen an deutsche Handwerker zahlt sich aus. Der Bau wird rechtzeitig fertig. Pause für den Polier Bernd Lömker. Nach einer Baustelle in den Niederlanden und Belgien, jetzt Riga. In Deutschland wohnt er mit seiner Frau in der Nähe von Osnabrück. Er vermisst sein Dorf. "Wenn man dann am Samstag Abend Feierabend macht und Sonntags dann nicht arbeitet dann gehen einem dann doch schon die Gedanken durch den Kopf; was machen die zu Hause? Wie geht's der Familie und das ist dann doch schon ein Problem", erzählt er. In der Altstadt von Riga begegnen Bernd Lömker und ein Kollege auf der Straße den Bremer Stadtmusikanten. Bremen und Riga sind seit der Zeit der Hanse eng verbunden. Und Bernd Lömker ist nicht der erste deutsche Handwerker in Lettland.

DW-World | May 13, 2008Watch more videos from DW-World

Tags:. .trupp. .schaffen. .nahe. .kollegen. .dorf

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