Kommentar zum Video: „Neu im Netz: Andrea wird 30" von unserem Filmexperten Berni Berni Phantastisch im Schnitt und unglaublich in den langen, ruhigen Einstellungen hat uns der geniale Multikünstler Alex Vafiopoulos wieder ein Jahrhundertwerk geschenkt: „Andrea wird 30" heißt das jüngste Opus. Es vereint eine unglaublich spannende Story, gedreht am bis heute unbestiegenen Blomberg (Alsaka/Bavaria), mit filmischen Leckerbissen und grandiosen Landschaften Vafiopoulos hat sein Handwerk gelernt und unglaublich verfeinert, ja universal veredelt. Ein, wie geizen mit diesem Ausdruck nicht von ungefähr, ein „Meisterwerk", ja mehr als das. Unbeschreiblich...! Hauptdarstellerin Andrea, so meint man, feiert ihren 30. Geburtstag auf einer Berghütte unterhalb vom bisher unerreichten Gipfel. Die Schöne wird in Nah- und Fernaufnahmen gezeigt, in Trauer und in Hoffnung, wie gesagt, bislang unerreicht in der Zarzheit und Hingabe des Regisseurs, von dem auch das Drehbuch stammt, mehr noch, der auch die Kamera führt -- sicher, ruhig, bewusst, jede Einstellung bis in die letzte Schneeflocke inszeniert. Aber nein, es geht nicht nur um sie, das lockende Weib oder dampfende Schinkennudeln, es geht um uns, um das Rodeln im Leben, um Fiescherl, den Gleiter, Alex, den Faller und eine Bagage von vermeintlichen Freunden, die mit Fackeln herumhantieren, dem Feuer des Lebens und sich auf Kosten der Jubilarin vollfressen und fast totsaufen. Grandios die sensiblen Dialoge, fein gesponnen die Geschichten aus früheren Zeiten, als manche den Weg über Kalabrien oder Südafrika zur Gruppe fanden. Erotik pur saust da durch und über die Leinwand, Tragik und Extase, Stille und Dunkelheit. Mit dabei ist wieder die als Jessy wiedergeborene Lassy aus den guten 50er Jahren, die unter Aufgabe ihrer selbst den erschöpfen Markus oder Marko aus der Lawine rettet und sicher ins Tal bringt. Aber, was heisst hier schon „Tal". Im Werk ist es Mathias, der Banker, knallhart im Job -- aber so zart nervös, ja fast panisch, als er mit seinem Lebensrodel auf die Eisplatte kommt, abschwirrt fast ins schwarze All, im letzen Moment gerettet durch seinen auf der Brust geschnürten Fallschirm, in dem sich, oh Wunder, alle Notrationen einschließlich des gesamten Equipments an Beleuchtung und Technik verbergen. Solche Täler waren noch nie gesehen. Osccar reif, sagt der Kritiker, nicht ohne Neid.... Die Musik, entlehnt zum Teil von Bayern I und auch vom Meister selbst komponiert, überzeugt wie selten. Vermissen wir doch diesmal den Hüttenhit „Alarm" gerne, er hätte alles vernichtet, was da an wirklich neuer Kunst durch die Boxen groovt. Nur eine Schwäche sei hier vermerkt, vielleicht aber gar vom Genius „Ali", wie ihn seine Vertrauten nennen, beabsichtigt: der Abspann lässt uns schwarz und dunkel zurück. Wie der Blomberg in der Eiseskälte seiner ergrauten Rodelbahnen, wie Andrea ihre Kindheit. Erwachsensein, ja, das ist schwer. Dank „Andrea wird 30" erfahren wir ganz neu, was es heißt, nicht mehr 29 zu sein. Vafi und seinem international besetzten Team sei Dank für alles, und nicht nur das! Tipp: unbedingt ansehen ****** von 4 möglichen Sternderl (Tivoli Steinebach, Filmpalast Wörthsee, Filmcasino Kuckuck, Fichten-Cinema)