http://www.dudelstopp.de Das Projekt `Dudelstopp - Musik ohne Zwang´ widmet sich der Belästigung von Fahrgästen öffentlicher Verkehrsmittel durch das Abspielen nervender Musik. Das Problem ist seit Jahren vorhanden, wird jedoch von Politik und Verwaltung bagatellisiert. Dabei eignet sich der rücksichtsvolle Umgang mit Musik durchaus als Gradmesser für das zwischenmenschliche Verhalten in Zeiten sich verflüchtigender sozialer Strukturen. Im aktuellen Aktionsvideo hindert ein jugendlicher Fahrgast eine junge Frau in der S-Bahn durch überlautes Musikhören daran, ein Buch zu lesen. Als diese ihm sein Fehlverhalten verdeutlichen will, bedroht er sie wiederholt, so dass sie schließlich den Sitzplatz wechseln muss. Dem aktuellen ZEITGEIST entsprechend wird der junge Störenfried aus dem Video zuschauenden PädagogInnen oder PolitikerInnen vermutlich sogleich ans Herz wachsen. Vielleicht als Sohn, den Sie nie hatten oder haben werden. Einem kompensatorischen Impuls folgend würden die Verantwortung tragenden Damen und Herren ihn gegen die anmaßende junge Frau, die so völlig weltfremd ein Buch in der S-Bahn lesen möchte, sicher nur allzu gerne in Schutz nehmen. Nach Auffassung von DUDELSTOPP sollte die Sympathie der Zuschauer jedoch der jungen S-Bahn-Fahrerin gelten, die das gegen sie gerichtete rücksichtslose Verhalten nicht einfach hinnehmen will. Anders als Politik und Massenmedien es den Menschen immerfort einreden wollen, fühlt sie sich für die Perspektivlosigkeit des frustrierten jungen Mannes nicht verantwortlich und möchte nicht mehr und nicht weniger als in Ruhe gelassen zu werden. Die Initiatoren von `Dudelstopp´ warnen allerdings davor, sich die junge Frau aus dem Video zum Vorbild für tatsächliches Handeln zu nehmen. Für den nicht unwahrscheinlichen Fall gewalttätiger Attacken gegen diejenigen, die sich mit Courage für zivilisierten mitmenschlichen Umgang einsetzen, kann entgegen vieler Sonntagsreden von PolitikerInnen mit Unterstützung durch die bundesdeutsche Justiz erfahrungsgemäß leider KEINESFALLS gerechnet werden. Riskieren Sie nicht ihre Körperliche Unversehrtheit sondern solidarisieren Sie sich lieber mit Projekten wie `Dudelstopp´, die sich einem langsamen aber stetigen Wandel des öffentlichen Bewusstseins durch Medien- und Überzeugungsarbeit verschrieben haben.