
Spanien hat ein massives Wasserproblem – es mangelt immer wieder an dem kühlen Nass. Vielen Spaniern aber scheint das ziemlich egal zu sein. Sie verbrauchen mit täglich 250 Litern pro Kopf am meisten Wasser in Europa. Die Spanier sollen nun lernen, Wasser zu sparen. Das wird Dank neuer Technik immer einfacher, so kann Wasser zum Beispiel gleich im Haus recycled werden. Deutschland ist bei den Technologien neben den USA führend. Z.B. eine Tochter der Hansgrohe AG: Pontos hat ein System entworfen, welches Abwasser aus Duschen und Waschbecken mit Hilfe von Bakterien so reinigt, dass es erneut verwendet werden kann, z. B. für Toilettenspülungen. Ein Projekt für die Pontos-Recycling-Anlage steht in Barcelona, im Hotel Casa Camper. Und auf der Wasser-Expo in Zaragoza können sich Verbraucher und Architekten über die Technik informieren. Die Firma erhofft sich viele Aufträge in Spanien. Vorausgesetzt, es setzt ein Umdenken ein. Schwierig ist nur, dass Wasser in Spanien hoch subventioniert ist, Verbraucher deshalb sorglos damit umgehen. Eine Reportage von Alexa Meyer ______________________________ In einem Hinterhof in der Altstadt von Barcelona gibt Nuria Puentes ihren Blumen Wasser, wann immer sie es brauchen. Ansonsten aber versucht sie zu sparen. Sie erklärt: "In der Wohnung haben wir keine Badewanne. Also duschen wir nur. Und stellen das Wasser ab, während wir uns einseifen. Und beim Abwaschen verschließen wir den Abfluss. So verbrauchen wir nicht soviel." In Barcelona ist Nuria eine Ausnahme. Die meisten Spanier gehen sehr viel sorgloser mit Wasser um. Sie verbrauchen pro Kopf täglich 170 Liter, weit mehr als der EU-Bürger im Durchschnitt. Da sind es 130 Liter am Tag. Auch die Strassen werden zum Säubern täglich abgesprüht. Und Einheimische wie Touristen können sich überall in der Stadt erfrischen. Wasser kostet in Spanien so gut wie nichts – die Folge: Die Verschwendung ist groß. Die Expo in Zaragoza, drei Stunden von Barcelona entfernt, soll helfen, das zu ändern. Bei über 40 Grad ist zwar jede Erfrischung willkommen. Ansonsten aber dreht sich bei dieser Weltausstellung alles darum, wie man Wasser sparen kann. Lorenzo Márquez vom Unternehmen Hansgrohe ist im deutschen Pavillion mit einem Innenarchitekten unterwegs, erklärt ihm die verschiedenen Systeme zum Sparen von Wasser. 16 deutsche Projekte werden hier vorgestellt. Auch das Unternehmen Hansgrohe ist mit seiner Idee vertreten: das Abwasser aus Duschen und Waschbecken kann recycelt und dann in Toilettenspülungen erneut genutzt werden. Joan Battles i Pi, der Innenarchitekt sagt dazu: "Es gibt immer mehr Interesse dahingehend, dass die Kunden so wenig Wasser wie möglich verbrauchen wollen. Das liegt hier in Spanien natürlich nicht am Preis. Sondern es geht um einen verantwortungsvollen Umgang damit." Lorenzo Márquez, der Vertreter von Hansgrohe in Spanien ergänzt: "Seitdem wir das System in Spanien vor einigen Jahren vorgestellt haben, steigt die Nachfrage steil an. Es gibt immer mehr Projekte und Anträge von Haushalten. Die Leute werden immer vertrauter mit solchen Systemen, finden sie auch immer logischer. So wie es bei Solarzellen war." Zurück in Barcelona. In einem Hotel in der Altstadt wird schon seit einiger Zeit Wasser gespart. Hoteldirektorin Susana Marín hat für 28.000 Euro eine Mini-Kläranlage von Hansgrohe gekauft. An diesem Tag lässt sich der deutsche Projektleiter zeigen, wo sie genau eingebaut ist. Das Abwasser wird hier mit Hilfe von Filtern und Bakterien gereinigt und dann in die Toilettenspülungen gepumpt. Hoteldirektorin Casa Camper erläutert: "Einige Gäste sind sehr neugierig und wollen genau wissen, wie das funktioniert. Und finden das richtig gut. Und andere sind wenig interessiert, verstehen das nicht. Denen müssen wir das gut erklären." Viele Gäste wissen inzwischen, dass das Wasser aus dem Hahn und der Dusche für die Toilettenspülung wieder aufbereitet wird. Pro Tag sparen sie 4.000 Liter. So eine Dürreperiode wie in den vergangenen Monaten kann jederzeit wiederkommen. Deshalb hat zumindest die katalanische Regierung schon Konsequenzen gezogen und spart: zur Zeit sind noch alle Fontänen in der Stadt abgestellt.
