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  • Unser Studiogast: Christine Schweikert, Rohstoffexpertin

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Unser Studiogast: Christine Schweikert, Rohstoffexpertin

Unser Studiogast: Christine Schweikert, Rohstoffexpertin

Zum Thema: Rohstoffepreise Nach schweren Einbrüchen im Rohstoffhandel ziehen die Preise bei Industriemetallen wie Blei, Kupfer, Aluminium und Zink wieder an. Wie ist diese Entwicklung einzuschätzen? DW-TV: Drouven, der Chef der Aurubis Affinerie plant Konkurrenten zu übernehmen. Denen geht es wieder besser. Der Kupferpreis steigt langsam wieder. Ist die Krise ausgestanden? Christine Schweikert: Ich denke nicht, dass die Krise ausgestanden ist. Teilweise ist dieser Preisauftrieb auf Sondereffekte zurückzuführen. Und ich denke, dass die Wirtschaftskrise noch länger andauern wird, und dass wir auch keine rasche Erholung sehen werden. Und das ist für den Kupferpreis keine gute Prognose. DW-TV: Aber der Kupferpreis ist ein Frühindikator. Wo kommt das her, dass er sich so langsam wieder erholt? Christine Schweikert: Zum einen sieht man auch bei anderen Indikatoren eine gewisse Stabilisierung. Dann liegt dies einfach daran, dass die Chinesen ihre Bestände an Kupfer sehr stark aufgestockt haben. Einfach um die Lager zu füllen mit den Kupfer, den sie brauchen, um im Rahmen der Konjunkturprogramme Infrastrukturprojekte zu machen. Aber zum anderen auch als strategische Reserve. Es geht um die Überlegung einen Teil der Devisenreserven eben nicht in Dollar anzulegen. Sondern man kauft sich in verschiedene Rohstoffe ein, die man später braucht, um das Land weiter zu industrialisieren. DW-TV: Aber wie lange kann man denn so einen Kaufrausch aufrechterhalten? Irgendwann sind vermutlich die Lager voll? Christine Schweikert: Geld genug hätten die Chinesen, um das noch ein bisschen durchzuhalten, aber natürlich sind die Lagerkapazitäten begrenzt. Und ich denke man wird einfach Preisrückgänge nutzen, um in dem Moment einzukaufen. Dann wartet man wieder ab, wenn es wieder teurer wird. Das könnte schon noch eine Zeit lang, ein paar Monate den Preis beeinflussen. DW-TV: Wir können uns den Preis auch noch mal ganz genau ansehen. Wir haben eine Grafik vorbereitet. Letztes Jahr im Sommer lag er für eine Tonne Kupfer bei knapp 9.000 Dollar, im Dezember dann Tiefstand bei 2.770 Dollar. Jetzt geht´s wieder aufwärts, derzeit liegt der Preis bei 4.400 Dollar. China steckt hinter dieser Preisentwicklung, haben Sie gesagt. Gibt es da noch andere Gründe? Christine Schweikert: Wenn man Angebot und Nachfrage betrachtet, das spricht es eher nicht für eine Aufwärtsbewegung, denn die Nachfrage bei Kupfer ist im Rahmen der einbrechenden Wirtschaftsaktivitäten sehr stark zurückgegangen. Das Angebot ist nicht so stark zurückgefahren worden. Wir hatten Kapazitätsausweitungen in den letzten Jahren, das heißt, die Minenproduktion ist relativ hoch und die Nachfrage ist eben nicht da. Das spricht eher wieder für mehr auf Druck auf die Kupferpreise, wenn der China-Effekt etwas abflauen sollte. DW-TV: Also ein einzelner Faktor, der da jetzt eine Rolle spielt. Die gestiegene Minenproduktion hat besonders die Entwicklungsländer in Afrika getroffen - dieser Preiseinbruch - denn die produzieren ja sehr viele Rohstoffe. Wie wird es dort weitergehen? Christine Schweikert: Das ist immer so eine zweischneidige Sache. Die die produzieren haben natürlich ein Interesse daran, dass sie hohe Preise erzielen, weil ihre Staatseinnahmen davon abhängig sind und ihre Beschäftigung. Aber es gibt natürlich auch eine Menge Entwicklungsländer die Rohstoffe importieren müssen. Die sind natürlich froh über diesen Preisnachlass. Ich bin eher skeptisch, was die Entwicklung der Rohstoffpreise über die nächsten ein, zwei Jahre betrifft. Ich glaube nicht, dass wir da einen sehr starken Anstieg sehen werden. DW-TV: Eher wieder auf sinkende Rohstoffpreise wetten? Christine Schweikert: Ja eher sinkend oder dann stagnierend, weil wir gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft ungefähr wie eine Badewanne entwickelt. Wir hatten den Absturz, sind am Boden, aber das läuft erst mal eine ganze Zeit lang noch so seitwärts. (Interview: Anja Heyde)

DW-World | May 5, 2009Watch more videos from DW-World

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