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  • Studiogast – Thomas Straubhaar, Hamburgisches WeltWirtschaftsinstitut

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Studiogast – Thomas Straubhaar, Hamburgisches WeltWirtschaftsinstitut

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Mit Thomas Straubhaar vom HWWI sprachen wir über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Weltkonjunktur. DW-TV: Herr Straubhaar, wie viel Geld haben Sie denn in der Finanzkrise bisher verloren? Thomas Straubhaar: Mehr als mir lieb ist. Ich wäre auch froh gewesen, wenn ich mir das hätte ersparen können. DW-TV:Wer hat denn jetzt versagt, nur die Banker oder gibt es da ein ganzes Konzert von Schuldigen? Thomas Straubhaar: Ich denke, da haben sehr viele Quellen versagt, sicher die Banker jetzt am Schluss ganz entscheidend, aber vorher auch der Staat in den USA, der beispielsweise durch eine Politik des billigen Geldes Menschen angeregt hat, Häuser zu kaufen ohne über eigenes Kapital zu verfügen, der mit diesem Aufschwung in den USA auch seine Außenwirtschaft mitfinanzieren wollte, seine Außenpolitik mitfinanzieren wollte, dann aber alle jene eben, die kleinen Häuslebauer, die geglaubt haben, sie könnten sich diese Illusion des Eigenheimes wirklich ohne eigenes Geld leisten. DW-TV: Die Auswirkungen die scheinen auf jeden Fall momentan unbegrenzt, sie treffen die Realwirtschaft, momentan werden die Prognosen ja fast schon im Wochentakt nach unten geschraubt, und das sehen wir bei der Prognose des Internationalen Währungsfond. Da werden die Erwartungen weltweit nach unten geschraubt, am deutlichsten trifft das Deutschland mit einem Nullwachstum, das heißt die Konjunktur-Lokomotive für Europa kommt zum erliegen und das Herbst-Gutachten für die Bundesregierung sieht ja ähnlich pessimistisch aus, haben sich die Wirtschaftsforscher alle so sehr verschätzt? Thomas Straubhaar: Also diese Krise die wir die letzten Wochen hatten, die konnte niemand in dieser Schwergewichtigkeit erahnen, als wir die letzten Prognosen gemacht haben, deshalb denke ich ist es richtig zu erwarten, dass die Konjunktur im nächsten Jahr in Deutschland schwächer verlaufen wird. Ob wir jetzt wirklich an eine Rezession herankommen oder nicht, denke ich ist mehr eine technische Frage. Entscheidend wird sein, wie wird sich der Arbeitsmarkt entwickeln und das wird letztendlich auch die Menschen in Deutschland am meisten betreffen und beschäftigen. DW-TV: Was ist denn so schlimm an einer Rezession, letztlich können wir uns ohnehin kein unbegrenztes Wachstum leisten, das funktioniert glaube ich in keiner Volkswirtschaft, gibt es nicht diese Wellenbewegungen immer automatisch? Thomas Straubhaar: Absolut, und ich denke, dass ist auch eine der ganz wichtigen Botschaften hinter diesen Zahlen, dass wir vorher schon von einem Konjunktur-Abschwung geredet haben, dass eigentlich eine sehr lange Phase des Aufschwungs vorbei war, 2008 Anfang des Jahres, und dass jetzt ein Abschwung kommt ist nichts als natürlich. Die Frage ist natürlich wie tief wird er sein und vor allem noch einmal, wie sehr wird er Menschen in die Arbeitslosigkeit drängen, die jetzt im letzten Aufschwung einen Job gefunden haben. DW-TV: Sie haben es ja eben schon gesagt, in den Prognosen war das so nicht vorhersagbar, dennoch gibt es jede Menge Bücher die in den vergangenen Jahren erschienen sind, die immer vor dem Crash gewarnt haben, letztlich hätte man sich zumindest geistig darauf vorbereiten können, auch die Regierungen, die müssen jetzt richtig tief in die Staatskassen greifen und auch den Steuerzahler zur Kasse bitten. Glauben Sie nicht doch, man hätte da Vorsorge treffen können? Thomas Straubhaar: Im nachhinein ist man sicher immer klüger, und ich denke eine ganz wichtige Lehre aus dieser Krise ist auch, dass der Kapitalismus, das marktwirtschaftliche System diese Krisen braucht, um zu lernen. Diese Krisen hat es immer gegeben und entscheiden wird auch dieses mal sein, ob es uns gelingt, die richtigen Lehren zu ziehen und dann sozusagen zwei Schritte nach vorne und nur einen zurück zu gehen. (Interview: Thomas Helfrich)

DW-World | October 14, 2008Watch more videos from DW-World

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