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Studiogast: Monika Stärk, Ostasiatischer Verein

Studiogast: Monika Stärk, Ostasiatischer Verein

Monika Stärk, Geschäftsführerin des Ostasiatischen Vereins in Hamburg spricht mit MADE IN GERMANY über die Auswirkungen der Finanzkrise auf den asiatischen Wirtschaftraum. DW-TV: Ausländische Investitionen haben oft einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Situation eines Landes. Trotzdem geht auch zu viel des Guten. Letztes Jahr gab es einen Einbruch in Vietnam. Monika Stärk: Ja, nicht jedes ausländische Engagement ist so nachhaltig wie z.B. das der Metro AG. Und in der Tat hatte Vietnam 2008 mit den Folgen eines zu heftigen Zuflusses ausländischen Kapitals zu kämpfen, was dann zum zeitweiligen Stillstand des Wirtschaftslebens geführt hat - auf Grund zu hoher Inflationsraten, zu weniger Arbeitskräfte und galoppierender Rohstoffpreise. DW-TV: Und da kommt jetzt die aktuelle Wirtschaftskrise noch oben drauf? Monika Stärk: Vietnam hat sich wieder ein bisschen erholt und wir hoffen jetzt, dass die Folgen des weltweiten Nachfrageeinbruchs nicht zu stark zuschlagen. DW-TV: Schaun wir mal nach China. Dort sind die Auswirkungen der Krise ganz besonders spürbar. Das Land ist wie Deutschland auf den Export angewiesen. Die Grafik stellt das Handelsvolumen Chinas vom Dezember 2005 bis Dezember 2008 dar. In den letzten beiden Monaten brach Export und Import ganz deutlich ein - das erste Mal seit Jahren. Der Export mit Minus 2,8 Prozent und der Import sogar um 21,3 Prozent. Jetzt sind dort bereits 20 Millionen Wanderarbeiter ohne Job, trotz 450 Milliarden Euro Konjunkturpaket, wohin führt uns das? Monika Stärk: Zunächst muss man schon festhalten, das ist kein chinesisches Problem. Das ist ein weltweites Problem. China ist Teil der globalen Produktionskette und muss jetzt eben auch unter dem Einbruch leiden. Sie haben aber völlig recht, die soziale Herausforderung in China ist deutlich größer als das im Westen der Fall ist, weil wir eben schon ein anderes gesellschaftliches und Einkommens-Niveau erreicht haben. Die Chinesen nehmen dieses Problem sehr ernst. Das ist die Top-Priorität der chinesischen Regierung. Und wir müssen alles dran setzen und auch unseren Teil dazu beitragen, dass es gelingt diese Herausforderung zu managen und gesellschaftliche Unruhen zu vermeiden. DW-TV: Sie haben es gerade gesagt, China ist Teil der globalen Investionskette. Es ist ein großer Teil. Es gilt als einer der Motoren. Was wenn der ins Stottern kommt? Monika Stärk: Im Moment sind alle Motoren ins Stottern gekommen. Wir müssen darauf bauen, dass die Motoren möglichst schnell wieder zünden und in Gang kommen. Und da ist es wichtig, dass wir weltweit zusammenarbeiten, damit bald in einem Teil der Welt der Funke wieder anspringt, und auch überspringen kann. Das ist das beste Argument gegen jede protektionistische Maßnahme, dass man im Moment ins Feld führen kann. DW-TV: Auf seiner Europareise hat Wen Jiabao ja davor gewarnt jetzt wieder in den Protektionismus zurück zu verfallen. Sind wir gerade wieder dabei alle unser eigenes Süppchen zu kochen? Kommen wir da wieder hin? Monika Stärk: Gut nationale Maßnahmen zur Stimulierung der eigenen Industrie bergen die Gefahr in sich, dass man in protektionistischen Tendenzen landet. Wir müssen alles tun, um das zu verhindern. Denn das wird zum Schluss erschweren, dass wir alle möglichst schnell wieder aus diesem Krisentief hochkrabbeln. (Interview: Anja Heyde)

DW-World | February 3, 2009Watch more videos from DW-World

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