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  • Studiogast: Hans-Peter Burghof, Banken-Experte von der Universität Hohenheim

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Studiogast: Hans-Peter Burghof, Banken-Experte von der Universität Hohenheim

Studiogast: Hans-Peter Burghof, Banken-Experte von der Universität Hohenheim

MADE IN GERMANY spricht mit Hans-Peter Burghof über die Zukunftsaussichten der Banken im Jahr 2009. DW-TV: Gibt es in Wahrheit gar keine schwerwiegenden Probleme bei den Banken, oder redet man sich da gerade etwas schön? Hans-Peter Burghof: Aber natürlich. Natürlich haben die Banken Probleme, sie haben sehr viel Geld verbrannt, sie haben nicht mehr soviel Eigenkapital wie sie gerne hätten. Ich wüsste jetzt nicht, wo dieses neue Eigenkapitel im Moment herkommen soll. Also, das sind schon massive Probleme. DW-TV: Was passiert denn da gerade? Wie lange wird das Ihrer Meinung nach noch anhalten? Hans-Peter Burghof: Wenn man das wüsste. Ich glaube, alle Prognosen sind momentan relativ müßig. Wir sind sicher, dass 2009 ein Krisenjahr wird, wann es danach wieder aufwärts geht, da muss man mal schauen. DW-TV: Warum ist es eigentlich so schwer eine Prognose zu machen für 2009, die Dax-Prognose schwankt zum Beispiel zwischen 3500 und 7500 Punkten, was ist daran so schwierig? Hans-Peter Burghof: Es ist einfach so, dass sehr viele Prozesse gleichzeitig ablaufen. Wir haben einerseits die Krise bei den Finanzmärkten, da wissen wir noch nicht was noch alles an Wetten laufen, die eventuell noch das eine oder andere Unternehmen in den Abgrund stoßen kann. Das kann immer noch passieren, wir haben andererseits das Problem mit der steigenden Staatsverschuldung und damit mit der sinkenden Handlungsfähigkeit der Staaten und wir haben zum Dritten die Krise der Autoindustrie und einigen anderen Industrien, was auch mit massiven Belastungen der Sozialhaushalte zusammen hängt, weil das einfach Arbeitsplätze kostet. Und wir haben alle die Prozesse gleichzeitig und zusammen und wir wissen nicht, ob die sich gegenseitig unterstützen oder mal gegenseitig bremsen. Also, wirklich Prognose für das kommende Jahr, das geht nicht. DW-TV: Aber man hat ja nun gerade die Banken-Wirtschaft mit 500 Milliarden Euro hier in Deutschland gestützt. Was ist denn mit dem Geld passiert? Wo ist das hingegangen, warum passiert da nichts? Hans-Peter Burghof: Na gut, auch diese 500 Milliarden sind nicht soviel gemessen an dem Schaden, den wir im Moment haben. Die helfen schon ein bisschen, unser Finanzsystem steht stabil, der politische Wille, den die Kanzlerin geäußert hat, dass sie dafür sorgt, dass das System stabil ist, der drückt sich darin aus. Also das funktioniert schon, aber natürlich kriegt man damit nicht wirklich die Kurve zu einem Aufschwung, das wäre zuviel erwartet. DW-TV: Die Banken greifen jetzt schon zum Teil auf diesen Fond zurück, trotzdem geben sie keine Kredite, zumindest nicht so, dass eine Wirtschaft laufen sollte. Aber das war ja Sinn und Zweck dieses Fonds, oder nicht? Hans-Peter Burghof: Sie geben schon noch Kredite, sie geben natürlich nicht mehr die Kredite in dem Ausmaß wir vorher, ganz einfach, weil sie den gleichen Kunden, den sie heute betrachten, ganz anders sehen müssen als sie ihn vor 1,5 oder 2 Jahren gesehen haben. Das heißt also, die trauen ihren Kunden nicht mehr. DW-TV: Jetzt gibt es eine Idee, eine Debatte über eine sogenannte Bad Bank, wo faule Kredite die bei den Banken noch so lauern, vom Staat aufgekauft werden sollen und in der Bad Bank ausgelagert werden sollen. Ist das eine gute Idee? Hans-Peter Burghof: Das ist eine gute Idee – gewesen! Für den Zeitpunkt, in dem man die Krise noch eingrenzen konnte, hätte man das noch ganz gut machen können, da hätte man bestimmte Vermögensgegenstände der Banken gekauft. Im Moment sind so viele verschiedene Vermögensklassen betroffen. Also Anleihen, Kredite, bestimmte Wertpapiere, die mit Kreditkarten-Krediten gedeckt sind. Also eine ganze Menge an Kategorien, die betroffen sind und wenn man die alle aufkauft, dann kann man gleich die ganze Bank aufkaufen. Das funktioniert nicht mehr. Schade, dass man das nicht vor 1,5 Jahren gemacht hat, da hätte es vielleicht geholfen. DW-TV: Aber es ist doch nur eine Verlagerung der Verantwortung, wenn man jetzt den Banken tatsächlich die Kredite abgenommen hätte. Hans-Peter Burghof: Richtig. Man muss versuchen, wenn man so was macht, die Banken an den Verlusten zu beteiligen, das ist ganz wichtig, Man wird darüber verhandeln müssen, in welchem Ausmaß. Wenn man denn eine Bad-Bank jetzt machen will, in welchem Ausmaß die Banken die Verluste tragen müssen und in welchem Ausmaß die Allgemeinheit. DW-TV: Was bleibt uns da noch? Hans-Peter Burghof: Tja, Optimismus trotz der Krise, ich glaube, das ist das ganz wichtige, dass man nicht zu der Krise, die einfach da ist, die wir akzeptieren müssen, die Realität ist, das wir da nicht in eine Hoffnungslosigkeit verfallen und sagen: "Das wird nie wieder besser." Es wird natürlich wieder besser, aber nicht im nächsten Jahr. Interview: Anja Heyde

DW-World | January 6, 2009Watch more videos from DW-World

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