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  • Studiogast – Friederike Bosse zum Geschäft mit Japan

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Studiogast – Friederike Bosse zum Geschäft mit Japan

Studiogast – Friederike Bosse zum Geschäft mit Japan

Friederike Bosse arbeitet am Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin. Wir sprechen mit ihr über die japanisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen. DW-TV: Japanische Firmen in Deutschland und umgekehrt – es funktioniert und zwar sehr erfolgreich, wie wir gesehen haben. Allerdings muss man sich dabei an einige Spielregeln halten. Zu diesem Thema begrüße ich Friederike Bosse, Leiterin des Deutsch-Japanischen-Zentrums-Berlin. Frau Bosse – welche Spielregeln sind das denn? Friederike Bosse: Ich denke die wichtigste Spielregel gilt nicht nur für Japan und Deutschland, sondern immer, wenn man ins Ausland geht: man muss sich den Markt genau anschauen, den man da erobern möchte oder auf dem man sich etablieren möchte. Und genau schauen, wo man selber mit seinen Produkten und seiner Technologie und Angeboten reinpasst. DW-TV: Wenn man mal Richtung Japan blickt, wo könnte es denn knirschen, wo muss man aufpassen als deutsches Unternehmen? Friederike Bosse: Eine Grundanforderung des japanischen Marktes ist schon immer gewesen und die gilt auch nach wie vor: Qualität. Die muss einfach 100 Prozent stimmen, da werden überhaupt keine Abweichungen geduldet, weder bei Konsumenten und Verbrauchern noch im Industriebereich, und da darf man auch nicht nonchalant damit umgehen, wenn man mal Abweichungen hat, sondern muss das ganz schnell korrigieren und Besserung geloben und auch bringen. DW-TV: Ganz aktuelles Thema: am 20. April hat die Hannover Messe begonnen und das Partnerland ist Japan. Welche Themen spielen da eine Rolle? Friederike Bosse: Japan ist genau wie Deutschland ein Hochtechnologieland und so wird es sich auch vorstellen in diesen Tagen auf der Messe. Ein Schwerpunkt ist, denke ich, Klimatechnologie, Umwelttechnologie, wo Japan, ähnlich wie Deutschland, viel zu bieten hat und ich glaube, das ist auch ganz spannend, da zu schauen. DW-TV: Sie haben es gerade gesagt, beim Klima sind sich Japan und Deutschland sehr nahe. Es gibt noch eine andere Gemeinsamkeit das ist der demografische Wandel, da haben beide – sowohl Japan als auch Deutschland – Probleme mit der Überalterung. Japan, möchte man meinen, geht damit ein bisschen lockerer um. Friederike Bosse: Lockerer auf keinen Fall, das würde ich nicht sagen. An einigen Stellen sind sie schon etwas weiter, man muss aber auch sagen, die demografische Entwicklung ist schon etwas weiter. Denn die japanische Bevölkerung schrumpft tatsächlich schon. Sie hat vor 2 Jahren damit begonnen. Wo Japan vielleicht ein bisschen weiter ist als wir – und da würde ich mir von uns mehr Neugier in Richtung Japan wünschen – wie man ältere Arbeitnehmer über 60 noch im Beruf halten kann. Da haben die Japaner, glaube ich, einige Modelle, die für uns auch ganz interessant sein könnten. DW-TV: Da können wir dann noch etwas lernen! Ja, noch ein Thema: die Finanzkrise kommt natürlich auch nicht an Japan vorbei oder umgekehrt: Japan an der Finanzkrise. Der TANKAN-Bericht der Bank von Japan geht davon aus, dass die Investitionen im Land zurückgehen werden. Wird da der große Konkurrent China in die Hände klatschen? Friederike Bosse: So kann man das, glaube ich, nicht sagen. Also wenn Sie zum Beispiel gerade auf ausländische Investoren anspielen, da zielen Japaner und Chinesen auf unterschiedliche Investoren, das muss man ganz einfach sagen. Die Chinesen brauchen immer noch mehr Investitionen im Infrastrukturbereich und im Energiebereich, da wird niemand nach Japan gehen als ausländischer Investor. Ich glaube, da ist wenig Konkurrenz. Japan leidet ein bisschen unter der Entwicklung in den USA, wird vielleicht im Wachstum etwas einbrechen, weil es direkt von der Absatzschwäche der USA betroffen ist und indirekt eben, weil China als Mittelland auch etwas nachlassen wird. Das wiederum betrifft dann auch die Japaner, denke ich. DW-TV: Also die Konkurrenz findet dann eher auf einer politischen Ebene statt? Friederike Bosse: Die ist, glaube, ich immer latent zwischen den beiden Ländern da. Interview: Anja Heyde

DW-World | April 22, 2008Watch more videos from DW-World

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