Eine fast zweistündige Probefahrt im neuen Golf VI Highline 1,4 TSI DSG Testbericht: Diesmal konnten wir den neuen Golf VI fahren. Eigentlich interessierten wir uns für den neuen Scirocco, doch bei der Probefahrtanfrage gab es leider keinen passenden, der unseren Wünschen gerecht werden konnte. Denn der Testwagen sollte einen twincharger Motor, den TSI, haben. Noch wichtiger war uns das Doppelkupplungsgetriebe DSG zu testen. Somit kam es, dass wir den neuen Golf VI fahren durften. Aber was bietet der neue Golf mehr als der alte? Richtig vergleichen können wir ihn leider nicht. Aufgefallen ist uns nur, dass er im Innenraum viel viel hochwertiger erscheint, als der 5er Golf. VW wirbt mit folgenden Satz: „Der Tastsinn spürt Unebenheiten von 0,01 Millimetern. Deshalb kennen wir bei der Verarbeitung null Komma null Toleranz. Richtig, denn Verarbeitungsfehler haben wir auch nur zweieinhalb bemerkt. Zweieinhalb? Genau, zwei sah man und einen konnte man fühlen. Aber sonst war der Wagen tadellos. Und was löste jetzt den Aha-Effekt aus? Kein Knarzen oder Surren bei unebenen Straßenoberflächen und eben DIE Kombination aus Motor und Getriebe. 160 PS und 240 Nm schon bei 2000 1/Min. Die Leistung wird aus 1,4 Litern Hubraum mit Hilfe zweier Kompressoren gezaubert. Ausgestattet war unser Golf mit Navi inkl. Touchscreen und 30 GB Festplatte für Filme/MP3s, Einparkassistenten, Abstandssensoren, Tempomat, Ledersitze inkl. Sitzheizung, Zweizonen Klimaanlage, Scheinwerferreinigungsanlage,...Somit ist der Golf der am besten ausgestattete Wagen, den wir bisher getestet haben. Der Wert liegt derzeit bei 28.000 Euro. Allein aus diesem Grund, sowie auch auf Hinblick auf die Verarbeitung und Qualität des Wagens kann man keine Vergleiche mit einem Fiat 500 oder Smart Fortwo anstellen. Ich habe noch nie einen so gut verarbeiteten Wagen mit so hochwertigen Komponenten für so einen Preis gesehen. Auch der Blick in den Motorraum macht Spaß. Da ist nicht nur alles schön verpackt, da hat auch die Batterie einen ordentlichen Schutz und nicht nur einen billigen Gurt. Roststellen haben wir auch keine gefunden, bei einem neuen Wagen wäre das auch mehr als peinlich. Wobei der Fiat hatte da ja schon einige Roststellen im Motorraum, aber der hatte ja auch 8.000 Km auf dem Tacho. Ob das nun ein Grund ist, lassen wir mal dahingestellt. Genug Platz hat man auch im Fond. Da wir einen Dreitürer fuhren, hat man naturgemäß etwas weniger Platz zum Reinklettern um auf die hinteren Plätze zu gelangen. Somit sind die beiden Türen auch etwas länger. In engen Parklücken ist das sicherlich etwas erschwerend. Denn zwei weitere Türen gibt es nicht gerade für ein Schnäppchen. VW verlangt satte 750 Euro bzw. 945 Euro inkl. elektrischer Fensterhebern. Beeindruckt hat uns auch die Lärmdämmung, allerdings ist sie nur vorne zu spüren und hinten war es dann doch etwas lauter. Die Musikleistung des Radios hätte etwas ausgewogener sein können. Es fehlten satte Bässe sowie die Höhen wurden auch nicht perfekt wiedergegeben. Insgesamt sind die Lautsprecher wohl eher mittenbetont ausgelegt. Das Radio hingegen war perfekt und sehr einfach über das Touchscreen zu bedienen. Es hat übrigens eine Musikleistung von 4x20 Watt und CD Text. Sehr beeindruckend! Das Display des Radios wird auch als zentrales Display für andere Anzeigen verwendet. Zum Beispiel wenn man die Temperatur verändert und beim Einparken werden Hindernisse mit Hilfe von Symbolen angezeigt. Verlängert wurde übrigens auch der erste Inspektionsservice. So muss man erst nach drei Jahren bzw. nach 60.000 Km zur ersten Inspektion. Danach alle zwei Jahre. Je nach Fahrstil. Fazit: Ein guter Wagen mit richtig guten Antriebseigenschaften. Verarbeitung und Qualität müssen hier auch noch einmal erwähnt werden. Kleine Negativpunkte sind die zweieinhalb Verarbeitungsfehler und ein noch viel größerer Negativpunkt ist der hohe Verbrauch. Wir hatten bei sparsamer Fahrweise etwa neun Liter auf 100 Km erreicht. Allerdings unter städteähnlichen Bedingungen. Beim Dahingleiten auf der Landstraße kann man bestimmt auf sieben Litern kommen. Da punktet der Fiat wiederum.