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Maschinenbau – Deutsche Brauereitechnik in Sevilla

Maschinenbau – Deutsche Brauereitechnik in Sevilla

Die deutsche Krones AG, Weltmarktführer bei Getränkeabfülltechnik, installiert in Sevilla sechs hochautomatisierte Linien. 20 deutsche Experten sorgen dafür, dass eine nagelneue High-Tech-Brauerei bis Mitte 2008 auf vollen Touren läuft. Dass die Spanier gerne feiern und trinken, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass dabei nicht nur Rotwein und Sangria sondern auch jede Menge Bier fließt. Entsprechend haben sich die großen Brauereien auf dem spanischen Markt eingekauft, Heineken hat zum Beispiel die spanische Traditionsmarke "Cruzcampo" übernommen. Der Konzern baut zur Zeit eine der größten und modernsten Brauereien Europas in Sevilla, Investitionsvolumen: mehr als 300 Millionen Euro. In dem avantgardistischen Fabrikneubau vor den Toren Sevillas können 5,2 Millionen Hektoliter Bier pro Jahr vom Band laufen, und zwar vollautomatisch dank deutscher Abfülltechnik. Michael Altenhenne ist beim Aufbau der Brauerei dabei. -------------------------------------------------------------------- Sevilla in Südspanien – berühmt für Flamenco, seine Altstadt und jede Menge Sonnenschein. Davon bekommt Thomas Sommer aber kaum etwas mit, er ist Ingenieur beim Maschinenbauer Krones und im Endspurt für ein besonderes Projekt: die neue Heineken-Brauerei. Vorbei an den gigantischen Tanks der Mälzerei geht es zu einer der größten Bierfabriken Europas. "Jumbo" heißt der Neubau daher intern beim holländischen Bier-Konzern. In der Abfüllhalle ist Thomas Sommer für Technik im Wert von rund 55 Millionen Euro zuständig. Mit der High-Tech-Anlage aus Deutschland will Heineken vor allem Personal einsparen erklärt uns Thomas Sommer: "Diese Linie macht 50.000 Flaschen die Stunde, und Heineken hat natürlich beim Neubau dieser Brauerei, die die modernste der Welt ist zur Zeit, extrem hohe Anforderungen an den Automatisierungsgrad gestellt. Wir haben hier also eine Anlage, die mit 3 Leuten das produziert, was in der alten Brauerei mit zirka 10 – 12 Bedienern produziert worden ist." Menschen sind in der Abfüllhalle die Minderheit, Roboter die Mehrheit. Sogar die Gabelstapler gleiten – ohne Fahrer – computergesteuert durch die Fabrik. Ein Techniktraum, wenn alles funktioniert, ein Albtraum, wenn es Probleme gibt, so wie gerade an der Dosen-Linie. Die Verpackungsmaschine streikt. Mit einem seiner 20 Techniker sucht Ingenieur Sommer fieberhaft nach der Ursache. Es muss schnell gehen, denn vorne an der Linie bildet sich bereits ein Dosenstau. Ein Schreckmoment, dann läuft es wieder. Nebenan, im Kontrollraum steuert Heineken-Fabrikdirektor Fernando Navarro sämtliche Produktionsschritte; Wasserversorgung, Gärung, Filterung, Abfüllung. Die High-Tech-Brauerei ist ein Pilotprojekt, künftig will Heineken weltweit solche vollautomatischen Fabriken bauen erklärt er uns: "Von der Kundenbestellung bis zur Auslieferung werden alle Prozesse per EDV vernetzt. Das ist bislang einzigartig in der Brauereibranche und damit wollen wir eine extrem hohe Wirtschaftlichkeit der Anlage erreichen." Das Brauhaus. Hier werden 450 Millionen Liter Bier pro Jahr hergestellt. Gebraut wird in erster Linie die spanische Traditionsmarke Cruz Campo. Auch hier kommt die Technik fast ausnahmslos aus Deutschland, von der Elektronik bis zum Sudkessel. Fabrikdirektor Navarro ist stolz auf die neue Technik: "Die deutsche Brautradition ist die bedeutendste auf der ganzen Welt. Die deutschen Anlagenbauer können sich daher auf dem internationalen Markt behaupten, und zwar besser als die Konkurrenz aus Belgien, Frankreich oder Italien." In der Abfüllhalle installiert Krones Ingenieur Sommer zur Zeit die letzte von 6 Linien. Seit anderthalb Jahren schrauben die Techniker an dem Mammutprojekt, mehr als 300 Mio. Euro investiert Heineken dafür, im Sommer soll alles fertig sein. Für die Produktionsunterlagen wird alles dokumentiert – für die spanischen Mitarbeiter. Denn in einigen Monaten sind die deutschen Techniker nicht mehr vor Ort. Dann müssen die Spanier die Anlage selbst bedienen können. Eine Anleitungsliteratur soll da helfen. Krones-Mitarbeiter Peter Kuepper schreibt sie: "Die Maschinen-Bediener haben immer weniger Zeit, sie werden natürlich in immer komplexeren Arbeitsprozessen eingesetzt und brauchen deshalb eine Quickstart-Anleitung, eine Kurzanleitung, um ihre Maschine kennenzulernen. Dazu brauchen sie viele Bilder und kurze Texte." Abends in der Altstadt von Sevilla füllen sich die Bodegas. Obwohl ihr Rotwein berühmter ist, gehören die Spanier zu den Top-Biertrinkern in Europa. Auch Thomas Sommer und seine Mitarbeiter trinken ein Feierabendbier, ein Cruzcampo, die populärste Marke in Sevilla.

DW-World | March 11, 2008Watch more videos from DW-World

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