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Made in Germany (deutsch): Das Wirtschaftsmagazin

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Diese Woche bei MADE IN GERMANY: Bergbau in Peru Angesichts steigender Weltmarktpreise für Edelmetalle boomt die Branche. Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer wollen ihren Teil vom Kuchen abhaben. Goldgrube Peru – Bergbauboom mit deutscher Technik Die deutsche Wirtschaft engagiert sich stärker denn je in der südamerikanischen Bergbauindustrie. Im Fokus steht zurzeit Peru, einer der größten Produzenten von Kupfer, Silber, Gold und Zink. Die Deutschen wollen mitmischen beim lukrativen Geschäft mit Maschinen und Förderanlagen. Bislang haben hier die Amerikaner eine Vormachtstellung. Angesichts steigender Weltmarktpreise für Edelmetalle boomt Perus Bergbaubranche. In den nächsten Jahren sind etwa 7 Milliarden Dollar an Investitionen geplant. Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer wollen ihren Teil vom Kuchen abhaben. Aber bislang ist sowohl der Abbau als auch die Zulieferindustrie fest in US-amerikanischer und kanadischer Hand. Deshalb hat die Deutsche Botschaft in Peru eine ungewöhnliche und undiplomatische Offensive gestartet: sie organisiert Minenbesuche für deutsche Unternehmen und hat dazu die Initiative "Canasta Alemana" gegründet, einen Technologieverbund deutscher Firmen, der zum Angriff auf die Konkurrenz bläst. Michael Altenhenne hat die Wirtschaftsdelegation auf ihrem Minenbesuch begleitet. ----------------------------------------------------------------- Kurz nach Sonnenaufgang, Aufbruch in die Anden. Dieter Lamle, Wirtschaftsreferent der deutschen Botschaft in Lima, hat 25 Mitarbeiter deutscher Firmen dabei. Die meisten von ihnen sind Peruaner, die Unternehmen wie BASF, Mercedes und auch viele Mittelständler vertreten. Gemeinsam wollen sie ihre Chancen im Bergbaugeschäft ausloten und sind dazu in die abgelegene Bergregion Alto Chicama im Norden von Peru gereist. Dieter Lamle: "Die Minen sind sehr US-lastig, wollen US-Produkte, kaufen US-Produkte. Die sitzen auf ihren 4000 Meter Höhe, gucken in die Ferne und sehen die USA - und wissen nicht, dass es uns gibt. Das ist genau die Idee, warum wir in die Mine fahren, um die deutsche Technologie bekannt zu machen und in dieses US-amerikanische Monopol einzubrechen." Kein einfaches Vorhaben, denn es geht auf 4200 Meter über dem Meeresspiegel. Von der spektakulären Landschaft bekommt kaum jemand etwas mit: denn in dieser Höhe ist weniger Sauerstoff in der Luft, die Folge: Müdigkeit setzt die meisten Gipfelstürmer erst mal außer Gefecht. Nach 5 Stunden Schlaglochpiste: Ankunft in der Mine "Lagunas Norte". Betreiber ist die kanadische Firma Barrick, einer der ganz Grossen im Minengeschäft und daher besonders interessant für die deutschen Zulieferer. Aber bevor die Besucher mit ihren Präsentationen loslegen können, wird die Gesundheit gecheckt. Für Dieter Lamle und für viele andere heißt das: sie kommen an die Flasche, mehr Sauerstoff muss ins Blut. Die Höhenkrankheit, also Kopfschmerzen und Schwindel, lässt sich so etwas lindern. Danach kann der Diplomat endlich loslegen, wortgewandt auf spanisch: "Wir wollen Türen öffnen und persönliche Kontakte knüpfen", erklärt er den Barrik-Managern. Die sind von der deutschen Offensive überrascht. Hugo Roman Venero, Minenleiter bei Barrick: "So viele Firmen auf einmal, das hatten wir noch nicht. Aber ich finde, es ist eine gute Idee. Außerdem bin ich überrascht, was die deutschen Firmen alles an Technologie zu bieten haben. Wir werden uns das genau anschauen und mit der Konkurrenz vergleichen." Während die Firmenvertreter in Einzelgespräche gehen, macht Lamle eine Rundfahrt durch die Mine. Auf einer riesigen Fläche wird hier im Tagebau Gold gefährdet. Plötzlich schlägt das Wetter um. Über Funk wird Alarmstufe rot ausgerufen. Dieter Lamle erklärt die Situation: "Wir haben ein starkes Gewitter und das bedeutet, dass die hier Zonenstufe rot haben. Das bedeutet im Klartext, dass keiner das Auto verlassen darf, keiner darf Gebäude verlassen. Bei Caja Marca hat es vor kurzem drei Tote gegeben und deswegen sind die auch ganz strikt bei der Einhaltung dieser Sicherheitsmassnahmen." Das Gewitter zieht ab und wir können weiter filmen. Die Mine "Lagunas Norte" ist nur einer von vielen neuen Funden in Peru. Im ganzen Land boomt die Bergbauindustrie. Die Betreiber sind fast alle US-amerikanische oder kanadische Firmen, die ihre Maschinen und Anlagen zuhause kaufen - obwohl die deutsche Technologie umweltfreundlicher und effizienter sei, sagt zumindest Wirtschaftsreferent Lamle. Zum Mittagessen - Rinderfilet auf 4200 Meter Höhe. Die Stimmung ist locker, Prospekte und Visitenkarten gehen über den Tisch. Aber Verträge unterschreibt heute niemand. Dieter Lamle: "Die Arbeit für die Firmen beginnt jetzt erst. Für mich ist heute abend die Arbeit beendet und ich kann die nächste Reise planen. Die Teilnehmer müssen Mails schreiben, sie müssen anrufen, sie müssen sich für nächste Woche ankündigen, dass sie wieder hierher kommen, sie müssen sich mit dem Vertreter von Barrick in Lima treffen, die müssen jetzt das Eisen schmieden so lange es heiß ist." Zum Abschluß des Besuches hat die Delegation noch einen Knaller im Repertoire: sie hat eigens ein Loblied an die Minenarbeiter komponieren lassen. Zumindest als Stimmungsmacher haben die Besucher ihre amerikanische Konkurrenz klar übertrumpft. Serie: Familienunternehmen – Phoenix Contact Im westfälischen Lipperland versteckt liegt die Zentrale von Phoenix Contact. Die Region wird in der Elektro-Branche liebevoll "Klemmen-Valley" genannt. Immerhin hat sich das Familienunternehmen mit seinen Elektro-Klemmen aus der Provinz bis an die Weltspitze hochgearbeitet. Seit mehr als 60 Jahren führt die Familie Eisert das Unternehmen "Phoenix Contact". Ihre Klemmen werden überall eingesetzt, wo Strom fließt. In chinesischen Kraftwerken, amerikanischen Maschinenbaufirmen oder deutschen Automobilfabriken. 941 Millionen Euro Umsatz machte Phoenix Contact im vorigen Jahr, jetzt peilt das Unternehmen bis die Marke von einer Milliarde Euro an. 8 400 Mitarbeiter kümmern sich an jedem Arbeitstag weltweit ums Kerngeschäft. Bei allem Erfolg: der 75-jährige Klaus Eisert, geschäftsführender Gesellschafter, hat ein Problem: aus seiner Familie will niemand das Unternehmen übernehmen. "Made in Germany"-Reporter Joachim Eggers stellt das Familienunternehmen vor. Serie: Young Global Leaders –Teil IV GESUNDHEIT Wie sollte die Welt im Jahr 2030 aussehen? Welche Trends gibt es? Und wie kann die Welt von übermorgen jetzt schon gestaltet werden? Damit beschäftigen sich die Young Global Leaders, junge Führungspersönlichkeiten aus aller Welt. Es sind Politiker, Wissenschaftler, Künstler und Unternehmer. Alle sind unter 40 und suchen nach Lösungen für die Zukunft. Geschaffen wurde diese internationale Plattform "Young Global Leaders" von Klaus Schwab, dem Gründer und Präsidenten des World Economic Forum. Die fünfteilige Serie "2030" wird die Visionen der Young Global Leaders in den Themenfeldern Gesundheit, Ausbildung, Umwelt, Arbeit und Kampf gegen Armut darstellen. In der vierten Folge unserer fünfteiligen Reihe stellen die Autoren Michael Wetzel und Wolf Gebhardt drei Persönlichkeiten mit ihren Ideen zum Thema Gesundheit vor. Es sind: die Nigerianerin Osayi Oruene, Geschäftsführerin der FATE Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die gegen die hohe Arbeitslosenrate und Armut im Land kämpft; Malvinder Mohan Singh, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Ranbaxy Laboratories Limited (RLL), dem größten Pharmaunternehmen Indiens. Und die Kroatin Maja Kuzmanovic, zu deren Forschungsinteressen interaktive Geschichtserzählung und transformatives Mediendesign für virtuelle Realitäten gehören. Spenden – Sammeln für die gute Sache Weihnachtszeit ist Zeit der Mildtätigkeit. Doch mit Mildtätigkeit hat der Job des Fundraisers wenig zu tun. Er oder sie muss dafür sorgen, dass für ein bestimmtes Projekt genügend Geld vorhanden ist. Wie gehen die Fundraiser dabei vor, welche Strategien stecken dahinter? Karitative Arbeit zum Beispiel ist ohne Spenden nicht möglich. Der Caritas-Verband für die Stadt Köln hat deshalb eine eigene Stabsstelle "Fundraising" eingerichtet. Elke Boehme-Barz leitet diese. Sie redet mit Stiftern und Spendern, entwickelt Kampagnen – prüft aber auch, ob das Geld dorthin kommt, wo es hin soll. "Made in Germany" - Reporter Robert Donauer hat Elke Boehme-Barz bei ihren Vorbereitungen zur aktuellen Spendenaktion begleitet. Beim "Kinder-Mittagstisch" zum Beispiel versorgt der Caritas-Verband Kinder aus sozial schwachen Familien mit kostenlosem Essen. Ein Projekt, das ausschließlich mit Spenden finanziert wird. Studiogast – Birgit Kern, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung Birgit Kern ist eine erfahrene Großspenderbetreuerin. Sie unterrichtet an der Fundraising-Akademie und arbeitet für die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung. MADE IN GERMANY spricht mit ihr über das Sammeln für die gute Sache. DW-TV: Was macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung genau? Birgit Kern: Die Stiftung kümmert sich vor allem in Ostafrika um Jugendliche. Jugendlich, die im Begriff sind sich zu reproduzieren, also im Alter von 14 - 24 Jahren, und keine Möglichkeit haben zum Beispiel zu Verhüten. Daher ist unser Motto auch "Armut verhüten, bevor sie entsteht". Wir bringen also Aufklärungs- und Familienplanungs-Programme dorthin. DW-TV: Nun unterrichten Sie außerdem an der Fundraising-Akademie künftige Fundraiser - wer kommt für diesen Beruf in Frage? Birgit Kern: Eigentlich kommt ein jeder dazu in Frage, der kommunikativ ist, der hinter den Prinzipien seiner Organisation steht, der das mit Herz und Seele auch einem Dritten, einem Spender rüberbringen kann. DW-TV: Unabhängig von der Vorbildung? Birgit Kern: Unabhängig von seiner Ausbildung. Viele Fundraiser sind typische Quereinsteiger. DW-TV: Und was lernen die dann bei Ihnen? Birgit Kern: Sie lernen in der Akademie die Methodik des Fundraising. Also ihnen wird beigebracht wie man Statistiken macht, wie man Spender verwaltet, Spenden verwaltet, aber auch, wie man Spender behandelt. Das ist eins meiner Hauptgebiete. Ich arbeite in der Großspenden- und Topspenden-Abteilung und da kommt es vor allen Dingen auf die Kommunikation mit dem Spender an. DW-TV: Jetzt im Dezember ist Hochsaison, üblicherweise ist das der Monat, in dem das meiste Geld gespendet wird. Hier sehen wir in unserer Grafik die Dezember-Gipfel der vergangenen drei Jahre. In 2006 waren es 434 Millionen Euro, die an Geldspenden zusammen kamen. Wie kann man bei der Vielzahl der Vereine, der Stiftungen, der Organisationen, die sich das Geld letztendlich teilen, eigentlich die Guten von den Bösen unterscheiden? Birgit Kern: Also meines Wissens nach gibt es kaum "Böse". Die meisten Organisationen, die arbeiten, sind gut. Und es gibt natürlich Möglichkeiten, sich über diese Organisationen zu informieren. Man kann von jeder Organisation den Jahresbericht anfordern, man kann sich im Internet informieren. DW-TV: Worauf muss ich dann aber achten, damit ich tatsächlich keinen der wenigen Bösen erwische? Birgit Kern: Ich würde vor allen Dingen darauf achten, wie das Geld verwendet wird. Wie hoch ist der Verwaltungsanteil in der jeweiligen Organisation und wie viel des Geldes fließt tatsächlich in die Projektarbeit. DW-TV: Wie hoch soll der Verwaltungsanteil maximal sein? Birgit Kern: Also in Deutschland haben wir eine Vereinbarung, dass es zwischen 10 und 20 Prozent sein soll, oder sein darf, dass das akzeptabel ist. DW-TV: Also von jedem Euro maximal 20 Cent, die dahin fließen. Soll man denn eher für große oder für eine kleine Organisation spenden? Birgit Kern: Ich glaube, da gibt es keine goldene Regel. Die einzige Regel, die es da gibt ist, wo liegen meine persönlichen Bedürfnisse, wo möchte ich mich engagieren. Ist es der Kindergarten um die Ecke, ist es das Seniorenheim oder sind es Entwicklungsorganisationen, wie wir zum Beispiel eine sind. (Interview: Katrin Prüfig)

DW-World | December 18, 2007Watch more videos from DW-World

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