
Die deutschen Landesbanken haben sich teilweise massiv verspekuliert. Einige Banken sind sogar in ihrer Existenz bedroht. Die HSH-Nordbank hat es besonders hart erwischt: 2008 machte sie einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro. ------------------------------------------------------------------------------ Die Kontrolle kommt durch die Hintertür. Schon seit Wochen. Sybille Roggenkamp vom Finanzministerium spürt den roten Zahlen nach. Denn die Steuerzahler müssen dafür herhalten. Was findet die staatliche Controllerin wohl noch alles in den Akten? Die HSH Nordbank hat im letzten Jahr 2,8 Milliarden Verlust gemacht. Und es ist nicht sicher, dass es in diesem Jahr besser läuft. Und am Markt kommt die Nordbank auch nicht mehr so günstig an Geld. Ratingagenturen bewerten die Bank nur noch als mittelmäßig kreditwürdig. Un der Ausblick ist negativ. Das klang 2007 noch anders. Da kaufte sich die Bank mal einfach das Volksparkstadion und schrieb den eigenen Namen drüber. Das Geschäft mit Wertpapieren im Ausland lief noch. Heute wird von Giftpapieren gesprochen. Dirk Gärtner ist Banker bei der HSH, direkt unterm Vorstand. Und irgendwie ist er noch immer überrascht. Global Player wollten sie sein, und das ging für ihn und seine Kollegen gründlich daneben. Dirk Gärtner: "Ein Verlust von 2,8 Milliarden, das ist eben wirklich eine Größenordnung, die ausgesprochen schmerzlich ist, und niemand von uns hat erwartet, dass dieses in der Form eintritt." Der Banker leitet das Firmenkundengeschäft und muss nun seine Leute aus dem Ausland abziehen. Das Geschäft dort liegt am Boden. Jetzt entdeckt er das Inland wieder. Und die neue Endo - Klinik Hamburg soll Beispiel sein für den neuen Weg. Die Nordbank hat 40 Millionen Euro beigesteuert, früher eine kleine Nummer – jetzt ein Vorzeigeprojekt. Denn anders als mit den Kliniken hat die Nordbank Mühe mit ihrem Hauptgeschäft, den Schiffen. Eine kleine Werft bei Hamburg. Deren Chef, Ingolf Martens, ist einer der Leidtragenden. Schiffskredite von der Nordbank, sagt er - nun bei ihm gestrichen: "Eine Begründung haben wir in dem Sinne leider nicht bekommen, es ist wohl eine Markteinschätzung seitens der Bank, die kann man teilen oder auch nicht. Wir teilen sie natürlich nicht, denn wir werden auch in Zukunft auf dieses aus unserer Sicht langjährig über Jahrzehnte erfolgreiche Modell der Container- Feederschiffe weiter beharren." Der Reeder ist kein Einzelfall, aber er hat neue Investoren gefunden. Deshalb kann er öffentlich drüber reden. Aber viele andere Reeder schweigen lieber über ihre Not. Der Finanzbeamtin vom Staat raucht inzwischen der Kopf. Feierabend für heute. Sie wird noch wochenlang wieder kommen. Nur eins gilt als sicher: 1100 Jobs fallen demnächst weg bei der HSH.
