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Kursrutsch - Bankeninsolvenz erschüttert den Finanzmarkt

Kursrutsch - Bankeninsolvenz erschüttert den Finanzmarkt

Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers löste an den internationalen Finanzmärkten ein Beben aus. Alan Greenspan - ehemaliger Chef der US-Notenbank - spricht von einer Krise, wie sie nur alle 50 bis 100 Jahre vorkomme. Nach der Pleite der viertgrößten Investmentbank der USA hatten die Finanzmärkte weltweit erlebte einen "schwarzen Montag" erlebt. Der US-Leitindex erlitt den stärksten Einbruch seit der Wiederaufnahme des Handels nach den Terrorattacken vom 11. September 2001. Der vorlaüfige Höhepunkt dessen, was Anfang 2007 in den USA als Immobilienkrise begann. Sind die Schockwellen dieser Krise nun also in Europa angekommen? Holger Trzeczak mit einer vorläufigen Chronik der Ereignisse - vom Immobilien-Boom zum Beinahe-Crash. ------------------------------------------------------------------ Anfang 2007: Amerika ist noch weitgehend sorglos. Nicht nur fürs Auto bekommen Leute problemlos Kredit, auch für Häuser. Die Folge: bald wollen immer mehr Leute ein Haus. Die Preise gehen hoch. Zugleich wird weiter wohlig konsumiert. Februar 2007: Erstmals platzen Kredite massenhaft. Noch ahnt keiner, dass in den nächsten Wochen Hunderttausende Hausbauer nicht mehr zahlen können. Zangsversteigerungen werden bald zur hoffnungslosen Veranstaltung. April 2007: Die Banken werben weiter optimistisch um Kreditkunden. Was im American Express-Spot nicht zu sehen ist – der erste Hypothekenfinanzierer hängt in der Luft. New Century Financial geht pleite. Juni 2007: Die Krise kommt in Deutschland an. Die Düsseldorfer IKB räumt ein, Millionen in den USA verloren zu haben. Fast zeitgleich teilt das US-Handelsministerium mit, dass der Verkauf neuer Häuser um 6,6 Prozent gesunken sei. Geld wird auf einmal knapp. Die Aktienkurse fallen. Alles Finanzwissen der Welt verhindert nicht, was nun einsetzt: Domino-Effekte. August 2007: Die IKB schasst ihren Chef und wird von der Mutterbank KfW vor Insolvenz gerettet. Kosten: 8 Milliarden Euro. Eine weitere öffentliche Bank, die Sachsen LB wird vor der Pleite nur durch Verkauf bewahrt. Die deutschen Landesbanken stützen sich gegenseitig. Die Europäische Zentralbank pumpt 95 Milliarden Euro in den Geldkreislauf, um Zinsen zu drücken und die Banken flüssig zu halten. Herbst 2007: Die Krise zieht an. Die Schweizer UBS muß 10 Milliarden Dollar abschreiben. Bei der US-Bank Citigroup sind es 11 Milliarden Dollar. Und die Investmentbank Merril Lynch hat das gleiche Problem mit 8 Milliarden Dollar. Die Prognosen aus New York werden düsterer. Bis weit ins Jahr 2009 soll die Finanzkrise anhalten. März 2008: Die fünftgrößte US-Investmentbank Bear Stearns bricht zusammen. 200 Milliarden Dollar aufgelöst in Nichts. Auch die Bank Lehmann Brothers wird seinerzeit bereits in gleichem Fahrwasser vermutet, kann sich aber noch mit knappen Gewinnmeldungen halten. Derweil tritt im April in Deutschland KfW-Vorstandschefin Ingrid Matthäus Meyer zurück. Die Bankentochter IKB erweist sich als Fass ohne Boden. Auch die Bayern LB muss inzwischen über 4 Milliarden Euro abschreiben, die Deutsche Bank hat im Wonnemonat Mai rote Zahlen mitzuteilen. Josef Ackermann, Vorstands-Chef der Deutschen Bank sagte damals: "Gleichwohl meine ich, dass wir am Beginn des Endes der Krise sind." Mitte September 2008: Lehmann Brothers Banker verlassen deprimiert ihre Schreibtische. Bei der Bank arbeiten 28.000 Leute. Was mit ihnen wird? Noch weiß es keiner.

DW-World | September 16, 2008Watch more videos from DW-World

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