blinkx
  • Kostbarer Müll – Das Geschäft mit dem Altpapier

  • 00:04:24
  • DW-World
    • Browse
  • Expand ToolbarCollapse ToolbarClose Toolbar

Alten   Angst   Beispiel   Besonders   Bis   Blaue   Bringt   Dagegen   Darauf   Darum   Denken   Drin   Einsatz   Entwicklung   Feld   Fluch   Geld   Genau   Gerichte   Gestiegene   Gleichzeitig   Grund   Haben   Hamburg   Haushalt   Heftig   Hoffe   Hohen   Indien   Insgesamt   Inzwischen   Jeden   Jetzt   Kampf   Karsten   Kollegen   Kommunen   Kosten   Kunden   Kurzem   Leiden   Liefern   Millionen   Mitten   Nachfrage   Neun   Preis   Prozesses   Riesige   Schluss   Sind   Sonst   Stecken   Stoppen   Temming   Teurer   Tonnen   Unternehmen   Verdienen   Verfahren   Warten   Werden   Wertvoll   Wettbewerber   Wir   Wird   

Kostbarer Müll – Das Geschäft mit dem Altpapier

Kostbarer Müll – Das Geschäft mit dem Altpapier

Nie war es so wertvoll wie heute: Altpapier. Der Preis für eine Tonne hat sich in den letzten zwei Jahren von rund 40 auf bis zu 80 Euro verdoppelt. Der Grund dafür: Die riesige Nachfrage, besonders aus China und Indien. Für Papierfabriken ist diese Entwicklung ein Fluch. Besonders Papierfabriken, die sich ganz auf die Verarbeitung von Altpapier spezialisiert haben, leiden unter dem hohen Preis. Steinbeis Temming in Glückstadt, zum Beispiel, weiß nicht mehr, wie die hohen Kosten für den inzwischen so wertvollen Rohstoff Altpapier an die Kunden weitergeben werden können. Andere dagegen wittern Morgenluft und gute Geschäfte. Private Entsorger liefern sich mit den Kommunen einen Kampf um das Recht zum Einsammeln alter Zeitungen und ausgelesener Zeitschriften. Ausgefochten vor Gericht und auf der Straße. Made in Germany hat sich in Hamburg umgeschaut. Dort wollen die städtischen Müllwerke und der größte private Entsorger Remondis gleichzeitig ihr Feld abstecken. Markiert mit blauen Tonnen. ------------------------------------------------------------------- Karsten Clodius sammelt schon seit neun Jahren für die Hamburger Stadtreinigung den Papiermüll ein. Jetzt macht sich Karsten Clodius darauf gefasst, um jeden Haushalt zu kämpfen. Denn seit mit Altpapier viel Geld zu verdienen ist, wird in Hamburg heftig darum gerungen. Und Karsten Clodius und seine Kollegen stecken in diesem Kampf mitten drin: "Wir sind die Krieger an der Front hier vorne und wir wollen natürlich die Schlacht gewinnen." Die Konkurrenz ist längst aktiv, verteilt schon ihre Tonnen für Papier an die Hamburger. Noch hat längst nicht jeder Haushalt eine Tonne für Altpapier. Jetzt ist ein Wettrennen entbrannt. Die Firma Remondis will so viele Tonnen wie möglich aufstellen. Das ist nicht allen Hamburgern recht. Die Anwohner wissen kaum noch wohin mit den vielen Tonnen: "Wir haben ja kaum Platz. Wir haben die graue, die grüne Tonne, jetzt kommt noch ne blaue dazu, also." Die Tonnen von Remondis sehen genau so aus wie die von der Stadt. Seitdem in Hamburg die Wettbewerber um jede Tonne Altpapier kämpfen, haben die Männer wie Karsten Clodius von der alteingesessenen Stadtreinigung Angst um ihre Jobs: "Ich hoffe, dass die Gerichte oder was die anderen noch stoppen können, weil sonst geht es massiv ans Eingemachte hier bei uns." Remondis aber rüstet auf. Zigtausende Tonnen warten auf dem betriebshof auf ihren Einsatz. Iris Keppler ist die Geschäftsführerin von Remondis in Hamburg: "Im Moment haben wir circa 3.000 Tonnen aufgestellt und sind jetzt wie Sie sehen weiter noch dabei. Insgesamt denken wir, dass wir so 40- bis 50.000 Tonnen in Hamburg aufstellen können." Altpapier, ein Milliardengeschäft. Für die Papierfabrik ist der Müll der wichtigste Rohstoff. Und der wird immer teurer. Aus alten Zeitungen, Zeitschriften, Prospekten und Akten wird hier neues Papier gemacht. Dafür werden 800 Tonnen Altpapier gebraucht. Jeden Tag! 45 Millionen Euro hat das Unternehmen vor kurzem in die Altpapieraufbereitung investiert. In einem aufwändigen Verfahren wird die ganze Druckerfarbe vom Altpapier getrennt. Damit die Papiermaschine am Schluss des Prozesses wieder weiße Papierrollen hervorbringt. Der gestiegene Preis für Altpapier bringt Papierfabriken wie zum Beispiel Steinbeis Temming in Bedrängnis. An die Kunden kann der hohe Preis nicht weitergegeben werden. Überall wird jetzt nach Einsparmöglichkeiten gesucht. Hans-Gerd Lachmann ist Mitglied der Geschäftsleitung bei Steinbeis Temming: "Wir versuchen durch andere Maßnahmen zu kompensieren. Indem wir die Fixkosten reduzieren, indem wir investieren, gezielt investieren in Produktionstechnologie, in Informationssysteme." Auf der Straße geht der Kampf um den teuren Rohstoff weiter. Dabei ist Karsten Clodius eigentlich ein sehr verträglicher Typ, der so gar nicht auf Ärger aus ist. Nur wenn es um seinen Job geht. Da hört für ihn der Spass auf.

DW-World | April 8, 2008Watch more videos from DW-World

Tags:. .geld. .angst. .kampf. .hoffe. .millionen

Collapse Toolbar