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  • »John Gabriel Borkmann« von Henrik Ibsen (Teaser)

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»John Gabriel Borkmann« von Henrik Ibsen (Teaser)

Seit der Bankier John Gabriel Borkmann (Josef Bierbichler) aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat er sein Zimmer im ersten Stock nicht mehr verlassen. Nur nachts schleicht er manchmal die Treppe hinunter, aber spätestens an der Haustür hält er inne und kehrt in seinen selbstgewählten Kerker zurück. Dort geht er ruhelos auf und ab und schmiedet Pläne für die Rückkehr in die Gesellschaft. Im Erdgeschoss lebt seine Frau Gunhild (Kirsten Dene), die ihn hasst. Mit gewagten Transaktionen hatte Borkmann vor Jahren seine Bank in den Ruin getrieben und dabei zusammen mit dem Geld der Kunden auch sein gesamtes Vermögen verloren. Dass er dafür ins Gefängnis musste, macht die Situation noch erniedrigender für Gunhild: Sie muss im Haus ihrer Zwillingsschwester Ella Rentheim (Angela Winkler) leben. Deren Geld hat Borkmann bei seinen Spekulationen nie angetastet, denn sie ist seine eigentliche Liebe. Jetzt ist Ella schwer erkrankt und wird bald sterben. Zwischen ihr und ihrer Schwester entspinnt sich ein Kampf um Erhard (Sebastian Schwarz), Borkmanns Sohn, den Ella in der Zeit nach dem Bankrott großgezogen hat. Er soll mit ihr in die Stadt kommen, um ihr vor ihrem Tod beizustehen. Gunhild hat aber andere Pläne mit ihrem Sohn: Sie will, dass er den Namen Borkmann mit einer eigenen glänzenden Karriere vom kriminellen Makel des Vaters reinwäscht. Und auch John Gabriel Borkmann hat ein Projekt mit seinem Sohn: Zusammen mit ihm will er die Wirtschaft des Landes aufmischen und wieder an die Spitze des ökonomischen Machtzirkels zurückkehren. Ibsens 1896 geschriebenes Stück ist das Porträt eines Machtmenschen, der fasziniert ist von der gestalterischen Kraft des Geldes. Im Geld verehrt er eine Naturgewalt, die über den von Menschen gemachten Gesetzen steht. Ibsen beschreibt in seinem Stück aber nicht nur den kometenhaften Aufstieg und Sturz dieses Mannes, sondern auch den Krater, den der Einschlag des Kometen hinterlässt: Ausgebrannte Biografien, menschliche Verheerungen - und eine verzweifelte Hoffnung: dass mit der nächsten Generation alles gut wird. Die Inszenierung von Thomas Ostermeier kam bereits im Dezember am Théâtre National de Bretagne in Rennes heraus, im Rahmen des von der EU unterstützten, neuen Theaternetzwerks PROSPERO. Pressestimmen: »Ein neues Kapitel europäischen Theaters hat in Rennes begonnen: mit der Premiere von Ibsens "John Gabriel Borkmann", inszeniert vom deutschen Regisseur Thomas Ostermeier, [einer] Aufführung von beeindruckender Dichte.« (LE MONDE vom 11. Dezember 2008) »Die düstere Meditation, die Ostermeier hier mit seiner präzisen, nüchternen Regie, mit seinem brillanten Ensemble auf die Bühne bringt, verzichtet erfreulicherweise auf Querverweise zur aktuellen Finanzkrise. ... Ostermeier kehrt zu Ibsen zurück, dem Klassiker seiner großen Erfolge, und zeigt nun das Elend der älteren Leute in einer stimmigen Top-Besetzung.« (DEUTSCHLANDFUNK vom 11. Dezember 2008)

YouTube | February 12, 2009Watch more videos from YouTube

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