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Helme von Uvex: Sicherheit auf der Skipiste

Helme von Uvex: Sicherheit auf der Skipiste

Der Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten Althaus hat es auf tragische Weise gezeigt: Das Wichtigste auf der Piste ist Sicherheit. Tatsächlich ist die Nachfrage nach Skihelmen seit Jahresbeginn rasant gestiegen. Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Davon profitiert vor allem der fränkische Hersteller Uvex. Er gilt als europäischer Marktführer bei Skihelmen. ---------------------------------------------------------------------- Auf den deutschen Skipisten tragen die Skifahrer immer öfter Helme. Die Pisten sind gut präpariert, die Skier auf dem neuesten Stand der Technik. Selbst Anfänger rasen nach unten, viele überschätzen sich. Das weiß auch Thomas Liebl, der Betriebsleiter der Arber– Bergbahn: "Durch die neue Technik, bei der die Skifahrer jetzt die Carving-Ski haben, hat jeder einen Porsche unter den Füßen. Und dementsprechend ist auch dieses risikobereitere Fahren damit einhergehend, weil eigentlich die Technik viel mehr hergibt als das früher der Fall war." In dem kleinen Dorf Lederdorn produziert das Unternehmen Uvex seine Helme. 1998 liefen erstmals Skihelme vom Band, ein paar Tausend waren es damals. Heute verlassen rund 360 000 Skihelme jedes Jahr das Werk. Verblüffend ist, wie viel Handarbeit in jedem Helm steckt. Die Dekorationsfolie liegt auf dem nassen Helm, mit einem Gummi wischt die Arbeiterin das überschüssige Wasser heraus. 160 Angestellte arbeiten im Werk Lederdorn, neben den Helmen stellen sie auch Skibrillen her. Täglich gibt es viele Qualitätskontrollen - mehr als eigentlich vorgeschrieben. Mit Qualität will sich Uvex gegen die Konkurrenz absetzen – vor allem auch gegen billigere. Im Testcenter werden die Helme auf minus 25 Grad runtergekühlt. Denn auch bei eisigen Temperaturen muss der Helm halten, was er verspricht – er muss den Kopf schützen. Beim Crashtest wird ein Aufprall simuliert. Der Kopf ist dabei einer immensen Kraft ausgesetzt, die man in der Einheit G misst. Der Helm muss nun diese Krafteinwirkung abdämpfen. Armin Schulze vom Uvex Testcenter erklärt, welche Kräfte auf den menschlichen Körper einwirken können: "Jeder hat das vielleicht schon einmal gehört, dass ein Rennfahrer bei einem Rennen 5, 6 G ausgesetzt ist und ein Astronaut in seinem Training bei 8 G ohnmächtig wird. Aber unser menschlicher Kopf, der Schädel, ist in der Lage – allerdings nur einen ganz kurzen Zeitraum – 250 G oder wesentlich mehr auszuhalten." Für den sogenannten Dorntest benutzt der Prüfer eine Honigmelone. Auf der Piste könnte der Dorn ein Ast sein oder auch die Spitze eines Skistocks. Beim Test dringt der Dorn circa zwei Zentimeter in die Melone ein. Ein weiteres Mal wird der Test durchgeführt, diesmal wird ein Helm über die Melone gestülpt. Und der Helm besteht den Test: Der Dorn ist zwar in den Helm eingedrungen, die Melone aber bleibt heil. Der Kopf also wäre geschützt. Das Unternehmen Uvex ist zu 100 Prozent in Familienbesitz. Schon frühzeitig hat es begonnen, auf Sicherheits-Helme zu setzen und möglichst viel zu produzieren. Beim momentanen Nachfrage-Boom zahlt sich das aus. Markus Winning ist bei Uvex fürs Marketing zuständig: "Wir können natürlich auch nur die Kapazitäten im Rahmen des Möglichen hochfahren, aber das wird getan. Und was wir natürlich auch machen, wir bauen die Lager jetzt natürlich schneller ab als das in der Vergangenheit passiert ist und beliefern somit unseren Partner, den Fachhandel, so gut wie möglich." Noch gibt es auf den deutschen Pisten keine Helmpflicht. So entscheidet der Skifahrer am Ende selbst, ob er Helm trägt oder nicht. Immerhin: Rund 900 000 Helme sind im vergangenen Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft worden.

DW-World | January 20, 2009Watch more videos from DW-World

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