
Wer hier einen Ausbildungsplatz bekommt, braucht sich um seine Zukunft erstmal nicht zu sorgen. Denn bei BMW kommt fast jeder Lehrling nach dem Abschluss unter. Trainiert wird schon während der Ausbildung unter realen Bedingungen in einer Mini-Firma. Vom Auftragseingang bis zur Auslieferung tragen Azubis Verantwortung. BMW will so "Eigeninitiative und Teamwork" fördern, wichtige Voraussetzungen für spätere Aufgaben. 4.400 junge Menschen bildet BMW zur Zeit weltweit in 22 Berufen aus, den größten Teil in Deutschland. Damit hat das bayerische Traditionsunternehmen die höchste Ausbildungsquote in der deutschen Automobilindustrie. Dabei bemüht sich BMW, auch junge Frauen für technische Berufe zu interessieren. Mehr als 20 Prozent der neu eingestellten Azubis im technischen Bereich sind Frauen. Der Konzern investiert viel in den eigenen Nachwuchs und will so dem immer größer werdenden Fachkräfte-Mangel in Deutschland begegnen, erfährt unsere Autorin Katharina Bahn im BMW-Werk München. ---------------------------------------------------------------- Schrauben am Motor wie hier an einem Achtzylinder - das macht ihr Spaß. Vanessa Haas ist 17 und im zweiten Lehrjahr als Fertigungstechnikerin. Zu BMW kam sie nach einem Schüler-Praktikum. Seitdem ist sie fasziniert von der Autotechnik. "Ich war das letzte Mal versetzt in der Endmontage, da hat´s mir sehr viel Spaß gemacht, weil man da schon das fertige Auto hat und das Auto prüft. Das ist total wahnsinnig interessant, weil man bekommt immer Probleme noch, wenn irgendwas nicht funktioniert und man muß die dann lösen. Also das hat mir total Spaß gemacht", erzählt Vanessa. In der Endmontage möchte sie auch später gerne arbeiten. Frauen in der Technik, BMW fördert das. Inzwischen ist jeder fünfte Azubi eine Frau. An der Fräsmaschine wird Vanessa eingearbeitet. In den nächsten Wochen soll sie die Maschine selbst bedienen. Ihre Kollegin hat ein neues Programm geschrieben. BMW hat für seine Auszubildenden sogar eine eigene Junior-Firma eingerichtet. Von der Auftragsannahme bis zur Auslieferung sind die Lehrlinge hier selbst verantwortlich - wie in einem echten Unternehmen. 750.000 Euro setzen sie im Jahr um. Tobias Ilnger ist für drei Monate Geschäftsführer. Er hat Abitur und lernt Industriekaufmann. "Heute kümmern wir uns um den Jahresabschluss, koordinieren die verschiedenen Abteilungen, ob da alles glatt gelaufen ist, dass wir wieder gut anfangen können, und sonst so das übliche Tagesgeschäft. Besprechnung mit verschiedenen Abteilungsleitern, mit Gruppenleitern um da einen Überblick zu haben, dass alles gut läuft in der Abteilung", sagt Ilnger. In der Werkstatt nebenan treffen wir einen anderen Azubi Er lernt alles über die Mechanik und Elektronik der Autos. Stefan Eisenknappl ist 18 und wird hier zum sogenannten Mechatroniker ausgebildet. "Ich mache ein DBFH- Programm, also das ist die Berufsausbildung und Fachoberschule gleichzeitig. Ich lerne jetzt drei Jahre und am Ende habe ich das technische Abitur, und dann will ich studieren und ich hoffe, dass ich dann irgendwann in der Forschung übernommen werde", erzählt er. Stefan Eisenknappl hat gute Chancen hier Karriere zu machen. Denn engagierte Fachleute sind gesucht - auch bei BMW.
