zum Jahreswechsel 07/08 Es ist der 29. Dezember 2007. Das Wetter ist gut und wir steigen vom 6. Stock unseres Hotels hinab an die Gestade der Ostsee. Was ist das, da mueht sich eine Moewe draussen auf dem Wasser mit etwas Groesserem ab. Was kann das sein? Ich glaub es nicht, sie hat eine kleine Scholle in ihrem Schnabel. Schwierig, die Scholle draussen auf dem Wasser zu fressen. Wo ist sie jetzt, die Scholle. Eine zweite Moewe hilft suchen. Ob beide wohl Glueck haben? Wir machen uns auf den Weg nach Prora, den Ueberresten aus laengst vergangenen Zeiten. Weit hinten faehrt ein Faehrschiff in den Hafen von Mukran ein. Man koennte meinen, es verlaesst den Hafen, nein, es faehrt rueckwaerts an die Laderampe heran. Und dort baden ein paar Mutige, oder muss ich sagen Uebermuetige, in der kalten Ostsee. Brrr, da gefriert einem ja vom reinen Hinsehen das Blut in den Adern. Ist das das schoene Leben? Der Wind blaest vom Nordwesten und treibt das Wasser aus der Bucht. So koennen wir die Ueberreste der geplanten Hafenanlage betreten. Knapp 70 Jahre waren diese Teile Wind und Wellen ausgesetzt. Schauen wir, was davon uebrig geblieben ist! Am naechsten Tag steht die grosse Fackelwanderung auf dem Programm. Danach gab's zur Staerkung Erbsensuppe und zum Aufwaermen Gluehwein. Das tat gut, denn die Temperaturen lagen nur wenige Grad ueber Null und es blies ein unangenehm kalter Wind. Heute ist der letzte Tag des Jahres 2007. Bei herrlichem Sonnenschein machen wir uns auf in die Granitz. Es geht am Strand entlang, vorbei am Abfluss des Schmachter Sees, dem Fluesschen Ahlbeck, der 1950 verrohrt wurde. Rechts stehen Haeuser aus der Gruenderzeit des Seebades. An ihnen gehen wir vorbei und dann hinauf in das huegelige Waldgebiet. Wir nehmen den etwas beschwerlicheren, aber wesentlich schoeneren Weg an der Steilkueste entlang. Ist dieser Blick auf Binz und seine Seebruecke nicht herrlich? Am Kluenderberg steigen wir wieder hinunter in den Ort. Wir wollen in das neue Jahr hinein feiern und muessen uns noch entsprechend stylen. Abends startet dann der Sylvesterball mit einem praechtigem Buefett und wunderschoener Tanzmusik. Das Neue Jahr wird mit praechtigem Feuerwerk begruesst. Den gesamten Strand entlang steigen die Raketen und Feuerwerkskoerper gen Himmel. Ein imposantes Schauspiel. Am naechsten Morgen treibt es einen Hotelgast in die kuehle Ostsee. Die Nacht vorher war wohl sehr heiss! Oder? Wir verzichten auf das kuehle Bad in der Ostsee und machen uns lieber auf den Weg zu einem Neujahrsspaziergang. Ueber den Kluenderberg geht's zum Bahnhof der Ruegenschen Kleinbahn, dem „Rasenden Roland". Wegen merkwuerdiger Vergabepraktiken musste er Neujahr seinen Betrieb einstellen. Schade! Auf unserem Weg kommen wir auch an der evangelischen Kirche in Binz vorbei und werfen einen Blick hinein. Da Binz sich Anfang 1900 zum fuehrenden Badeort Ruegens entwickelte, konnte es weder den Einheimischen noch den Gaesten zugemutet werden, zum Gottesdienst in das 7 Kilometer entfernte Zirkow zu gehen, deshalb wurde 1911 diese Kirche am Hang der Granitz errichtet. So kam Binz zu seiner Kirche. Unser Ziel ist der Schmachter See. Seinen Abfluss haben wir vor zwei Tagen an der Ostsee gesehen. Seht, was da am Himmel geschieht: Rund um den See tuermen sich Wolkenberge auf. Nur direkt ueber dem See ist noch ein blaues Himmelsloch zu sehen. Da zieht eine Schlechtwetterfront hoch. Die Enten haben das auch erkannt und fluechten ins schuetzende Schilf. Ach, war das wieder schoen in Binz auf Ruegen.