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Beteiligungen – Arbeiter werden zu Teilhabern

Beteiligungen – Arbeiter werden zu Teilhabern

Bei SMA Technologie ist fast jeder zweite Mitarbeiter an der Firma beteiligt. Als das Solartechnik-Unternehmen vor zwei Jahren Aktien im Wert von rund 500.000 Euro an seine Mitarbeiter ausgab, waren die SMA-Papiere sofort vergriffen. Mit dem Geld konnte die Firma investieren, ohne teure Kredite von Banken, was auch den inzwischen 1.300 Beschäftigten zugute kam. Rund 3.600 Firmen in Deutschland bieten ihren Angestellten auf unterschiedlichste Weise eine Beteiligung an. Meistens wird das gut angenommen. Neun Milliarden Euro haben die Beschäftigten so in ihre Arbeitgeber investiert, Tendenz weiter steigend. Doch verglichen mit den europäischen Nachbarn und den USA sind deutsche Unternehmen noch zurückhaltend bei Mitarbeiterbeteiligungen. Katharina Bahn Das Druckhaus Dresden. 70 Beschäftigte stellen Zeitschriften, Plakate und Kunstbände her. Kerstin Gläßer arbeitet hier seit 16 Jahren. Sie ist auch Miteigentümerin am Unternehmen. Jedes Jahr beteiligt sie sich mit 400 Euro an der Druckerei, bekommt dafür rund 7 Prozent Zinsen. Ihre Einstellung zur Arbeit hat sich dadurch verändert: "Man geht eben sorgsamer um, mit Papier usw. Wenn noch was zu retten ist, dann versucht man´s, weil es ist ja auch unser Geld ist, was da drinne steckt", sagt sie. Und ihre Kollegin Uta Winkler ergänzt: "Bei mir ist das auch so. Ich bin seit 13 Jahren in dem Unternehmen und auch von Anfang an dabei. Für mich dient das als Vermögensaufbau." Gut die Hälfte der Angestellten hat eigenes Geld in die Druckerei gesteckt. Von dem günstigen Kredit der Belegschaft profitiert auch der Unternehmer Karl Nolle: "Wir haben ein sehr gutes Betriebsklima hier, wir haben einen sehr geringen Krankenstand, das hat auch was mit der Motivation zu tun, die die einzelnen Mitarbeiter haben und wenn sie selbst Geld im Unternehmen haben, ist das immer auch schon eine engere Verbindung." Viele Mitarbeiter fühlen sich nun direkt verantwortlich für den Erfolg der Firma und damit auch für ihre Arbeitsplätze. Mehrere hundert Kilometer weiter westlich, kurz vor Kassel. Sitz der Solartechnik-Firma SMA Technologie. Hier arbeiten 1300 Menschen. Sie stellen Wechselrichter her. Diese wandeln Solarenergie in Strom um. Bisher ist SMA Marktführer. 16 Prozent vom Gewinn bekommen die Angestellten jedes Jahr ausgezahlt. Das waren im vergangenen Jahr zwei zusätzliche Monatsgehälter für jeden. Knut Hausner ist Organisationsleiter bei SMA. Er meint: Es hat schon positive Auswirkungen, da es auch gewisse Anreize für die Motivation bringt, sei es bei uns in der Abteilung was Wochenendeinsätze angeht, freiwillige Einsätze... Samstagsarbeit funktioniert bei uns auf freiwilliger Basis. Ich denke, das ist auch ein Grund, warum es bei uns so gut läuft." Seit zwei Jahren können die Angestellten auch Aktien am Unternehmen kaufen. Und sich so direkt beteiligen. Doch Geld allein reicht nicht aus um die Motivation zu steigern, davon ist der Chef Günther Cramer überzeugt: "Für den Mitarbeiter ist wichtig, dass er in einem Zusammenhang, wo er mit dem Herzen, mit dem Kopf und mit dem Portemonnaie beteiligt ist. Dass er in einem solchen Unternehmen lieber arbeitet, dass er viel mehr Spaß hat an der Arbeit. Das ist ganz wichtig. Für das Unternehmen ist wichtig, dass dadurch eine Kultur entsteht, die zum Beispiel im Entwicklungsbereich unglaublich innovationsfördernd ist, die sich im Bereich der Produktion wesentlich unterscheidet, dass die Mitarbeiter flexibel sind, dass sie nichts befürchten, sondern mit an der Veränderung arbeiten und keine Angst vor Veränderung haben." Geburtstagspizza für die Kollegen. Das Betriebsklima stimmt, denn noch gibt es jedes Jahr Extra-Geld. Krisenzeiten hat es bei SMA noch nicht gegeben.

Pyro TV | July 19, 2007Watch more videos from Pyro TV

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